Montag, 13.07.2015

Und was sonst noch so geschah...

Hallo alle zusammen,
in den letzten beiden Monaten ist viel passiert und davon möchte ich euch, zum letzten Mal aus Tansania, berichten. Leider etwas verspätet, aber ja immerhin besser als nie.

Anfang Mai ging es für Helena und mich in den Urlaub, auf in den Süden Tansanias.
Wir machten uns auf eine 7 stündige Reise nach Mbeya, in einem so klapprigen Bus, dass wir dachten wir würden vermutlich niemals ankommen. Die Fenster waren mit Klebeband zusammengeflickt und die Seitentür wurde von einer Schnur zusammengehalten… Busfahren in Tansania ist eben immer wieder ein Abenteuer.
Glücklicherweise ging dann aber doch alles gut und schon am Abend konnten wir es uns in „Hassans Hostel“ (sagen wir das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmte haha) "gemütlich" machen.
In Mbeya City trafen dann auch Hannah, Frieda und Isi zu uns, und machten unsere Reisegruppe komplett … die Wiedersehensfreude war groß, auch wenn es uns allen vorkam, als wäre das Zwischenseminar grade erst gewesen. Am nächsten Morgen startete dann direkt das Programm. Wir fuhren zu heißen Quellen, etwas außerhalb der Stadt, die laut Reiseführer „farbenfroh und bunt“ sein sollten. In der Realität war das Ganze dann aber doch eher unspektakulär, die „Quellen“ eher kleine Pfützchen, aber wie versprochen wirklich sprudelnd heiß. Die heißen Quellen Mbeyas liegen nahe des Songwe Rivers in der hügeligen Umgebung Mbeyas - Ausblick und Landschaft waren deshalb wunderschön. Nach den heißen Quellen ging es für uns dann noch in eine riesige Fledermaushöhle und hier wurde es noch ganz schön spannend. Es war ziemlich dunkel und überall metertiefe Löcher, von denen eindeutig Abrutschgefahr ausging.
Ganz schön abenteuerlich war es also, die Höhle zu betreten. Wir sahen viele Fledermäuse und alle zusammen liefen wir tiefer in die Höhle. Als es es dann aber rutschiger wurde, unser Guide selbst nicht mehr richtig wusste, wo es langgeht und meinte einen Gepardenkot in der Höhle entdeckt zu haben so dass ihn die Angst packte, der Gepard könnte zurückkehren, verließen  wir die Höhle vorsichtshalber wieder.

Die heißen Quellen Die Landschaft und Aussicht Abgrund in der Fledermaushöhle und so dunkel war es dort

Am nächsten Tag ging es dann auf eine nette Stadterkundungstour und nachmittags besuchten wir Verena, eine andere Freiwillige in ihrer Einsatztstelle, einem Internat für körperlich gehandicapte Jugendliche. Durch recht wenige, sehr aufgeschlossene Schüler und ebenso freundliche Dadas wirkte ihre Einsatzstelle sehr familiär & wir haben uns gefreut Veren Tansansanisches Zuhause kennenlernen zu können.
Dann ging es für uns weiter nach Tukuyu. Auf dem Weg dorthin fuhren wir vorbei an Dörfern, voll von Bananen- wohin man auch schaute: Bananenstauden, geerntete Bananen die sich am Straßenrand stapelten, oder Frauen, die die Bananen am Busfenster verkaufen (bei so einem Überfluss an Bananen kann man auch 20 große Bananen für umgerechnet 40 Cent am Fenster ergattern). Ziemlich eindrucksvoll.
Bananenparadies
In Tukuyu besuchten wir eine weitere Freiwillige, Tabea, mit der wir ein paar Tage verbrachten.
Der viele Regen und die Kälte in Tukuyu, ließen eher Lust auf einen gemütlichen Kuschel-Nachmittag im Bett aufkommen, aber weil wir ja auch was von der Umgebung sehen und Unternehmen wollten, fuhren wir zum Ngozi Crater Lake, den wir eher auf Umwegen erreichten. Ein Piki-Piki Fahrer hatte uns verraten, dass wir, um zum Ngozi Crater zu gelangen, in dem kleinen Dorf Mchangani (bedeutet so viel wie im Sand) aussteigen müssten, das an der Hauptstraße die von Tukuyu nach Mbeya führt liegt, dort würden wir dann auf einen Infopunkt treffen und ganz viele Guides, die uns zum See führen würden. Schon im Dalladalla lachten uns alle einheimischen Mitfahrer aus, dass wir in Mchangani aussteigen wollten, und tatsächlich, das Dorf in dem wir landeten war tatsächlich kein Ort, an dem man Tourguides und Infopoints an jeder Ecke findet. Das Dorf war unglaublich klein und wir, als 5 Wazungu wurden ganz schön angestarrt. Als wäre das nicht schon genug Aufregung in dem kleinen Dorf, fand hinter einem Haus auch noch eine Versammlung statt, in die wir unabsichtlich hereinplatzten. Zu unserem großen Glück trafen wir dann aber auf einen Mann, der sich auskannte und uns dann zum 15 Minuten entfernten Infopoint , und Startpunkt der Wanderung, brachte. Von da aus ging dann unsere Wanderung los,als spontan ein Guide gefunden war, der uns begleiten wollte.
Als es dann aber nach einer entspannten, einstündigen Wanderung durch den Nadelwald richtig den Berg hochging, wurde es verdammt anstrengend. . Alles war nass, kalt und rutschig aber wir liefen zwischen Bananen, Palmen und Lianen hindurch – ein richtiges Urwaldfeeling. Nach zwei verschwitzten Stunden, waren wir dann aber auch schon oben angekommen und schauten hinunter auf den Kratersee- ganz schön atemberaubend, einen so unberührter Ort, einen riesigen See, ganz still mitten in einem Berg zu sehen. Abenteuerlich ging es dann unten am Fuße des Berges weiter, als wir von Piki Piki (Motorräder) abgeholt und zur Straße gebracht wurden, weil es schon spät war und wir sonst nicht vor der Dunkelheit zurückgewesen wären. Unser junger Fahrer war nicht nur angetrunken -„Umekunywa pombe?“ -„Ndyio. Lakini sijalewa“ (ja, aber ich bin noch nicht betrunken), sondern der Weg auch noch praktisch unbefahrbar. Alles war nass, matschig und unbeständig. Dreimal mussten wir absteigen, weil wir sonst nicht durch die Wasserlöcher hindurch, oder Hügel hinaufgekommen wären. Letztendlich sind wir aber alle unverletzt an der Straße angelangt, denn unsere Fahrer haben unsere Bitten glücklicherweise erhört und sind langsam gefahren, wodurch dann eigentlich keine Gefahr bestand, und es war doch eine ganz lustige Aktion.
Der Kratersee und ein kleiner Einblick in unsere abenteuerliche Pikipiki-Fahrt

Am nächsten Morgen machten wir dann Tukuyu ein bisschen unsicher und trafen später nochmal andere Freiwillige, deren Einsatzstelle in einem Dorf in der Nähe liegt. Wir fuhren zur „God‘s Bridge“, einer natürlichen Steinbrücke an einem reißenden Fluss. Ein wirklich schöner Ort. Obwohl wir also von Tukuyu aus einiges unternommen haben war ich dennoch froh nach zwei Tagen auch wieder raus aus dem Regenloch Tukuyu zu kommen.
Die Godsbridge

Ganz im Gegensatz zu Kyela, unserem nächsten Reiseziel, das nur eine gute Stunde von Tukuyu entfernt, aber praktisch „im Tal“ liegt und dadurch unheimlich sonnig und heiß ist. Dort haben wir bei zwei anderen Freiwilligen, Nina und Anna, einen Zwischenstopp gemacht. Von dort aus ging es dann aber am nächsten Mittag auch schon mit den beiden, Verena und Tabea nach Matema, einem Dorf direkt am Malawisee, um dort den entspannten Teil unseres Urlaubs zu verbringen.

In Matema angekommen war ich erst einmal total beeindruckt von dem riesigen wunderschön blauen See, den idyllischen Fischerbooten am Strand und den tansanischen Frauen mit ihren Kindern, die ihre Wäsche im See wuschen.
Wir übernachteten in einem Haus, direkt am Strand mit Blick auf den See und für umgerechnet nur 2.50€ die Nacht konnte man es sich dort verdammt gut gehen lassen.
Wir stellten unsere Sachen ab, dann badeten wir im Malawisee, lagen am Strand, aßen gutes tansanisches Essen, Wali Maharage (Reis mit Bohnen) und genossen die Zeit.

Am nächsten Tag ging es dann schon weiter mit der Action, ich finde faul waren wir in unserem Urlaub wirklich nicht , denn wir machten eine Wander- beziehungsweise Klettertour zu einem atemberaubend, schönen Wasserfall. Der Weg führte uns an dem Bachlauf vorbei, der aus dem Wasserfall entspringt und so mussten wir nicht nur Felswänden und Abhängen hochklettern, sondern teilweise auch durch den Fluss warten – es hat unheimlich viel Spaß gemacht. Während der ganzen Wanderung begleiteten uns zwei, etwa 10-12 Jahre alte einheimische Jungs, eine große Freude dabei hatten, uns große Wazungu-Gruppe mit spektakulären Sprüngen von Felsen und Bäumen ins glasklare Wasser zu beeindrucken. Beim Wasserfall angekommen waren wir von seinem Erscheinungsbild mit ca. 50 Meter Höhe schon ein bisschen überwältigt. Natürlich konnten wir es uns auch dort nicht nehmen lassen, in das eiskalte Wasserbecken zu springen und unter den Wasserfall zu schwimmen, bevor es dann wieder zurück ins Dorf ging.

Diese Wanderung war für mich ein absolutes Highlight des Urlaubs & es war ein wirklich schöner Tag.
Unser treuer Begleiter kurz vor einem Klippensprung Der schöne Bachlauf Felswände hochklettern Der wunderschöne Wasserfall und Planschen im erfrischenden Wasser
Leckeres tansanisches Mittagessen auf der Terasse

Die nächsten Tage ließen wir es dann gemütlich angehen- wir entspannten am Strand, gingen im See baden und machten sogar eine kleine Tour in den typischen Einbaum-Fischerbooten, bevor es für uns dann wieder zurück in die Einsatzstelle ging, was nach 12 Tagen auch Zeit wurde. Während des Urlaubs habe ich die Kinder und die Arbeit vermisst und es war schön, alle wieder in die Arme zu schließen. Frieda und Isi blieben noch zwei weitere Tage bei uns, um sich unsere Einsatzstelle anzuschauen. Sie besuchten Helena im Kindergarten und mich im Krankenhaus, halfen mit im Heim und wir zeigten ihnen Iringa.
Der Malawi See Fischerboote, die jede Nacht zum Fischen auf den See hinaus fahren eine kleine Spritztour in einem solchen Fischerboot auf dem See (leider durften wir nicht selbst paddeln) Wäsche waschen im Malawisee

Wieder zurück im Krankenhaus bin ich nach dem Urlaub von der Frauenstation auf die Kinderstation gewechselt, um noch eine weitere Station kennenzulernen. Die Kinderstation umfasst eine „General Ward“, einen „Surgical room“ und eine „Malnutrition unit“. Während meiner Zeit auf der Kinderstation waren im „Surgical room“ vier Kinder mit starken Verbrennungen stationär aufgenommen, weshalb meine Hauptaufgabe eigentlich das „wound dressing“- also das Säubern der Brandwunden und Auftragen von Brandsalbe war.
Es ist schon erschreckend zu sehen, wie viele Patienten, vor allem Kinder, wegen schweren Verbrennungen ins Krankenhaus eingeliefert werden, weil eben noch über echtem Feuer draußen gekocht wird, oder der Müll direkt vor der Haustür verbrannt.
So kann es beispielsweise passieren, dass beim Spielen die Kleidung Feuer fängt oder die Patienten stolpern und ins Feuer fallen.
Ansonsten hatte ich, verglichen zur Female und zur Maternity Ward auf der Kinderstation wenig Aufgaben. Es gibt eine sehr engagierte Stationsleitung (Nurse in charge), die gerne die meisten Arbeiten selbst übernimmt und es einem nicht leicht macht ihr etwas abzunehmen. Da sogar die Bettlaken eingeschlossen sind, kann man ohne ihre Erlaubnis leider nicht einmal die Betten machen.. Durch ihre Kontrolle und ihren Perfektionismus ist die Kinderstation aber auch die ordentlichste, sauberste und am besten strukturierte Station auf der ich bisher hier im Tosamaganga Hospital war.
Am besten gefiel mir auf dieser Station immer die Ward-Round mit Dr. Dominik, einem Arzt aus England. Besonders in der Malnutrition (Unterernährung) Unit sind immer sehr viele Patienten stationär aufgenommen und ich konnte von Dominik viel über Malnutrition, über die Entstehung, die verschiedenen Ausprägungen, Symptome und Folgen lernen.
Dadurch, dass ich aber eben doch relativ wenig Aufgaben hatte, entschied ich mich schon nach zwei Wochen die Station zu wechseln, um auch noch ein paar Erfahrungen im Labor zu sammeln.

Vorher ging es aber noch einmal in den Urlaub, denn wir hatten noch ein paar Urlaubstage übrig- dieses Mal in den Norden Tansanias.
Zusammen mit Gabriela, die schon vier Tage vorher zu uns kam, um unsere Einsatzstelle und Iringa kennen zu lernen, machten wir uns am 22.06 auf den Weg. In Moshi trafen wir dann auch auf unsere Mitfreiwillige Hannah und ihre Freundin Julia, die zu Besuch gekommen war und gemeinsam genossen wir dann drei Tage lang nicht nur den traumhaften Ausblick auf den Kilimanjaro, falls dieser nicht gerade von Wolken verdeckt wurde, sondern auch die doch recht „touristische“ Atmosphäre der Stadt.

Wir hatten eine schöne und entspannte Zeit, gingen in der Stadt bummeln, aßen gutes Essen, ja wir gönnten uns im „Union Cafè“ sogar eine Pizza und besuchten auch Frieda und Isi in ihrer Einsatzstelle, einem Waisenheim in Moshi. Ganz schön spannend ist es zu sehen, wie andere Kinderheime in Tansania organisiert sind und wie sich doch einiges unterscheidet zu unserem Nyumba ya Yatima.
Außerdem machten wir eine Kaffeeplantagen-Tour bei der wir uns vom Anbau der Kaffeepflanze bis hin zum Verkauf der fertigen Bohnen alle Schritte der biologischen, Pestizid-freien Kaffeproduktion anschauen konnten und sogar ein bisschen beim Aussortieren, Schälen und Mahlen mithelfen konnten und letztendlich aus dem selbst hergestellten Kaffeepulver ein paar Tassen kochten-von der dann sogar ich als Kaffee-Unliebhaber eine probierte.
Kaffeebohnen
 Da ich seit ungefähr zwei Wochen starke Halsschmerzen hatte, die einfach nicht verschwinden wollte, stattete ich in Moshi dann auch der hauseigenen Dispensarie unserer Unterkunft, dem YMCA ab. Mein Verdacht, dass ich eine Lungenbestätigung haben könnte, bestätigte sich und die mir verschriebenen Antibiotika schlugen sofort an- schon zwei Tage später war ich wieder fit und konnte den Rest des Urlaubs richtig genießen.
Unser nächstes Ziel war Loshoto eine Kleinstadt, idyllischen in den Usambara Bergen im Norden Tansanias gelegen und nun schlossen sich auch Frieda und Isi unser Reisegruppe an. In Lushoto angekommen genossen wir die wunderschöne Umgebung, erfreuten uns nicht nur daran, dass wir abends warmes Wasser zum waschen zur Verfügung gestellt bekamen, denn in Lushoto wird es abends richtig kalt, sogar noch kälter als Iringa, sondern auch daran, dass wir jeden Morgen und Abend bei der lieben Mariamu in ihrem „Imbiss“ willkommen geheißen wurden. Hier wurden wir mit typisch tansanischer Küche bekocht: Chapati oder Mayai zum Frühstück und einen leckeren Massala-Gewürz-Tee und zum Abendbrot dann Reis mit Bohnen oder Kartoffeln und Mihogo und ganz ohne Verhandeln zu einheimischen Preisen.
Da in Tosamaganga wenig Muslime leben, habe ich vom Ramadan zuvor gar nicht wirklich etwas mitbekommen. Das änderte sich dann aber in Lushoto, wo die Hälfte aller Einwohner muslimisch ist. So war in Mariamu’s Imbiss morgens, wenn wir, natürlich nach Sonnenaufgang, unser Frühstück aßen, nicht viel Betrieb, während abends die Hütte brummte. Auch war es eine ganz neue Erfahrung für mich, jeden Morgen um 5 Uhr vom Muezzin durch seinen Aufruf zum ersten Gebet des Tages geweckt zu werden.
In Lushoto wanderten wir einen Tag in den Usambara Bergen. Unser Ziel war der Irente-View Point, von dem wir einen wunderschönen und endlos weiten Ausblick genießen konnten. Während unserer Wanderung ging es auch ein kleines Stück durch den Regenwald und wir machten Zwischenstop bei einer „Bio-Käse Farm“ wo wir nach neun Monaten das erste Mal wieder Vollkornbrot und Käse aßen- man kann sich gar keinen schöneren Ort auf der Welt vorstellen, haha.

 
Käse! Die wunderschöne Aussicht vom View Point
Danach ging es mit Zwischenstopp in der Hafenstadt Tanga nach Pangani, einem Ort am indischen Ozean und von dort aus am nächsten Morgen weiter in den Süden zu den einsamen, unberührten, traumhaften Stränden, wie aus dem Bilderbuch. Dort verbrachten ir eine Nacht in einer Lodge, die von Deutschen geführt wird und schliefen in einem hübschen Bungalow direkt am Strand.
In der Lodge trafen wir auch noch auf drei andere Mitfreiwillige unserer Gruppe und alle gemeinsam feierten wir in Hannas 19. Geburtstag hinein.
Am nächsten Tag ging es für Hannah, Frieda, Julia und mich dann Schnorcheln. Mit einem Fischerboot fuhren wir mit der Ebbe auf eine Sandbank mitten im Meer, wo wir uns Flossen und Schnorchel anlegten und dann auf Entdeckungstour gingen. Wir konnten unglaublich viele Korallen, Seesterne und verschiedene Fische sehen und die Unternehmung war für mich ein richtiges Highlight.
Der Strand von Bagamoyo <3 Happy Birthday Hannah Eines der Häuser aus Stroh und Bast, wie man sie im Dorf Uchongo findet Schnorcheln :) Auf dem Boot auf dem Weg zur Sandbank 
Das letzte Ziel unseres Urlaubs war dann Bagamoyo, eine kleine Stadt in der Nähe von Dar es Salaam, es ging also noch ein Stück weiter in den Süden. 
Leider war Isi schon in Loshuto krank geworden mit Fieber und Gliederschmerzen und weil es ihr einfach nicht besser ging, und sie die letzten Tage nur Dank Paracetamol überstanden hatte, entschieden Frieda und Isi nach Hause zu fahren. Das war sehr schade aber die Beste Entscheidung und Julia, Hannah, Helena und ich setzten unseren Urlaub fort. In Bagamoyo verbrachten wir noch zwei entspannte Tage, dieses Mal allerdings nicht in einer teuren Lodge, sondern in einem etwa fünf Minuten vom Strand entfernten Hostel.
Die historische, zu Kolonialzeiten deutsche Hauptstadt, die in den Reiseführern oft als „Neues Sansibar“ beschrieben wird, hat viel zu bieten. Mit kleinen Gassen und Läden, einem hübschen Kunstmarkt auf dem viele Bilder, vor allem im Massai-Stil, aber auch viel anderer, netter Krimskrams wie Schnitzerein oder Schmuck verkauft werden verbreitet sie nette Kleinstadtidylle und der wunderschöne Strand am glasklaren indischen Ozean ist natürlich auch mehr als sehensert.
In Bagamoyo verbrachte ich dann auch meinen Geburtstag, der ein sehr toller Tag war.
Am 02.07 machten wir uns bei einem Chapati-Wrap und Bananensmoothie einen schönen Abend im „Poa Poa In“-Restaurant.
Hier trafen wir dann zufällig auch noch auf eine Gruppe von fünf anderer netter Menschen- einen deutschen Kurzzeitfreiwilligen in unserem Alter, einen Amerikaner, der für eine NGO arbeitete, einen Kanadier, der in Tansania sein Geschäft mit Solar-Energie betreibt, eine Engländerin, die im Urlaub ein paar Tage Zwischenstopp in Bagamoyo machte und einen Belgier, der zufällig Manager einer Lodge hier in Bagamoyo war. In diese lud er uns dann auch spontan ein und ich konnte meinen Geburtstag auf einer Terrasse direkt am Strand, mit Luftballons und Luftschlangen und einem Coktail for free feiern.
Am nächsten Morgen bekam ich dann beim Frühstück einen Überraschungs-Geburtstagskuchen, sogar mit Kerzen und Glasur, und ein Geburtstagsständchen von Hannah, Julia und Helena. Nach einem gemütlichen Frühstück verbrachten wir den Rest des Tages dann ganz entspannt am Strand. Ein rundum schöner und sonniger Geburtstag.
Der Kunstmarkt in Bagamoyo 
Damit war der Urlaub dann auch wieder vorüber und es ging für uns am nächsten Tag auf den Rückweg. Da es von Bagamoyo nach Iringa ziemlich weit ist, machten wir noch eine Nacht Zwischenstopp in Dar es Salaam. Hier schauten wir nachmittags noch einmal auf dem Kariakoomarkt vorbei, den ich im Februar ja bereits besucht hatte. Nichts desto trotz war es nicht weniger beeindruckend, diese Menschenmassen, vielen Kleider und Stoffe zu sehen- einfach eine totale Reizüberflutung. Mir kam die Dichte der Menschen, die Lautstärke und das Gewusel sogar noch extremer vor als beim letzten Mal, was wahrscheinlich aber auch einfach daran lag, dass Samstag war. Sonntag kamen wir dann wieder Zuhause im Waisenheim an und das Wiedersehen wurde auch Zeit.

Seit wir aus dem Urlaub zurück sind bin ich wieder im Maaraba (Labor) tätig und die Arbeit dort macht mir viel Spaß. Es ist etwas ganz anderes als das, was ich die letzten 11 Monate gemacht habe, und deshalb auch eine interessante und willkommene Abwechslung. Die Mitarbeiter im Labor sind ziemlich nett und gerne bereit dazu, mir alles zu zeigen und zu erklären.
So habe ich bereits gelernt verschiedene Proben unter dem Mikroskop zu untersuchen und sogar schon einen Malaria Parasiten unter dem Mikroskop betrachten können. Der sieht in echt übrigens ganz anders aus als im Biobuch haha, und ist so winzig klein, dass ich ihn ohne Hilfestellung zwischen den ganzen anderen Zellen niemals gefunden hätte.
Auch ein AFB (Acid-Fast-Ballus, das bei Tuberkulose Erkrankung vorkommt und auf das bei der Tuberkulose Diagnostik untersucht wird) konnte ich schon unter dem Mikroskop anschauen. 
Im Maarbara helfe ich ansonsten noch viel dabei die Schnelltest wie HIV, Syphillis, Malaria oder Hepatitis B & C machen, sowie dabei die Blutgruppe und den HB zu bestimmen oder ein Full-Blood-Picture (großes Blutbild) zu erstellen.
Ich bin schon gespannt darauf, was ich in der nächsten Woche noch alles ausprobieren und lernen kann. Ja, da ist es, „nächste Woche“. Jetzt habe ich es ausgesprochen. In 7 Tagen geht es schon mit dem Bus nach Dar es Salaam und in weniger als zwei Wochen bin ich zurück in Deutschland. Das kann ich noch gar nicht richtig glauben.

Auch wenn mir der Gedanke an den Abschied immer schwerer fällt und es noch einiges zu erledigen gibt, bevor es zurück geht, was zeitweise ganz schön stressig ist, versuche ich meine letzten Tage hier zu genießen. Andererseits wird meine Vorfreude auf Euch und mein Zuhause, Käsebrot, Müsli und vieles mehr natürlich auch mit jedem Tag größer, sodass ich es nicht anders beschreiben kann, als einen ziemlichen Zwiespalt der Gefühle, in dem ich gerade stecke.

Viele liebe Grüße und bis ganz bald !

Eure Silja

 

Freitag, 08.05.2015

Das „Sanduhrenprinzip“

Hallo meine Lieben,

seit meinem letzten Blogeintrag sind nun schon wieder zwei Monate und damit schon mehr als die Hälfte meiner Zeit hier in Tansania vergangen. Immer wenn ich darüber nachdenke, fällt mir das Bild einer Sanduhr beim Activity- oder Tabuspielen ein. Zu Beginn eines Spieles schaut man die Sanduhr an, es ist noch viel Spielzeit übrig und man merkt gar nicht, wie der Sand durch die Öffnung auf die andere Seite der Sanduhr rinnt. Dahingegen wird einem gegen Ende der Zeit bewusst, dass der Sand und damit die noch verbliebene Zeit viel zu schnell vergeht und man möchte jede Sekunde, jeden Moment nutzen.
Seit dem Zwischenseminar ist so Einiges passiert, von dem ich euch berichten möchte und vorab kann ich schon mal sagen, dass hier keine Langeweile aufkommt.

Neuigkeiten von meiner Arbeit im Krankenhaus und im Waisenheim:
Seit Mitte März arbeite ich nicht mehr auf der Geburtenstation, sondern bin auf die Frauenstation gewechselt.
Die Arbeit dort gefällt mir wirklich gut, vor allem weil es doch etwas „geordneter“ zugeht als zuvor, was ganz einfach daran liegt, dass nicht mehrfach am Vormittag spontane Entbindungen stattfinden. In der Arbeitsroutine lässt sich deshalb mehr von dem wiederfinden, was ich in meinem Praktikum in Deutschland kennengelernt habe. So findet beispielsweise jeden Tag eine „Ward Round“, die Visite, statt. Die Stationsärztin Dr. Naojwa geht durch die Bettreihen und untersucht die Patienten während ich oder eine andere Krankenschwester ihre Anordnungen in das „Round-Book“ schreibe. Dann helfe ich den Krankenschwestern der Station dabei die Anweisungen der Ärztin auszuführen wie zum Beispiel Blutabnehmen, Katheter legen, Medikamente spritzen, Infusionen anhängen, Venenzugänge legen, (Brand-)Wunden säubern und Verbände wechseln. Weil ein Teil der Frauenstation ein „Surgical-Patient-Room“ ist, gibt es auch viele chirurgische Patienten, die für ihre Operation vorbereitet und nach der Operation versorgt werden müssen.
Es gefällt mir sehr gut, dass es immer etwas zu tun gibt und meine Aufgaben so vielfaeltig sind. Dadurch, dass auf der Frauenstation diverse verschiedene Krankheiten behandelt werden, unter anderem Malaria, AIDS, Tuberkulose aber auch Herzversagen, Leberzirrhose oder Schlaganfälle und viele weitere, ist es mir möglich einen kleinen Einblick in verschiedene Krankheitsbilder und deren Behandlungsmöglichkeiten hier in unserem Krankenhaus in Ipamba zu bekommen, was für mich sehr interessant ist. Ich freue mich darüber, dass ich so vieles lernen kann, nicht nur praktisch, sondern auch ein bisschen theoretisch.
Von meinen Kolleginnen auf der Frauenstation wurde ich sehr nett aufgenommen und durch mein inzwischen schon um einiges besseres Kiswahili ist es mir gleich viel leichter gefallen Anschluss zu finden, anders als noch zu Beginn auf der Maternity.
Oft ist die Arbeit auf der Frauenstation aber doch auch anstrengend und es liegen viele Patienten auf der Station, die häufig sehr schwer krank sind. Leider sind in meiner bisherigen Zeit dort bereits viele Frauen gestorben, auch einige jüngere Patientinnen, was oft schwer ist mit anzusehen und mich schon immer mitnimmt.
Seit Mitte Januar bin ich außerdem noch einmal die Woche in der Apotheke beschäftigt. Hier ist es meine Aufgabe, die neu gelieferten sowie die an die Patienten ausgegeben Medikamente in eine Excelltabelle in den Computer einzugeben.
Wo ich gerade dabei bin über meine Arbeit im Krankenhaus zu erzählen, fällt mir etwas ein, das das Gesundheitssystem betrifft und euch vielleicht interessieren könnte.
Hier in Tansania gibt es zum einen die Möglichkeit „Daktari“ zu studieren, das bedeutet ein fünf jähriges Medizinstudium zum Arzt. Es ist aber auch möglich den Beruf des „Clinical-Officers“ zu studieren, drei anstatt fünf Jahre lang. Die Clinical Officers arbeiten meistens in den Health-Centres sowie kleinen Dispensaries auf dem Land. In größeren Krankenhäusern wie hier in Ipamba, sind sie vor allem in der OPD (Out-Patient-Ward) tätig. In der OPD finden die Sprechstunden für Patienten mit Krankheiten aller Art statt und die Behandlung aller Patienten, die nicht stationär aufgenommen werden müssen, da es in Tansania keine Arztpraxen gibt. Die OPD ist aber außerdem sowas wie die Notaufnahme des Krankenhauses.
Im Gespräch mit einer Ärztin des Krankenhauses wurde mir dann erklärt, dass das Studium des Clinical Officers von der Regierung eingeführt wurde, um die medizinische Grundversorgung der Bevölkerung sicherzustellen. Die Clinical Officers sollen gut genug ausgebildet um diese Grundversorgung zu gewährleisten, jedoch nicht gut genug, um aus dem Ausland (denn hier wartet für Ärzte oft eine weitaus bessere Bezahlung als in Tansania) abgeworben zu werden.
Daraufhin habe ich ein wenig im Internet recherchiert und tatsächlich einige Artikel gefunden, in denen dies bestätigt wurde. Ganz schoen ausgefuchst.

Im Waisenheim geht die Arbeit nachmittags wie gewohnt ihren Gang. Nach wie vor bin ich unglaublich froh darüber, dass ich eine solche Abwechslung in meinem Arbeitsalltag habe und das Glück habe, mit so tollen Kindern zusammen arbeiten zu dürfen und sie ein Stück auf ihrem Weg begleiten zu können.
In den vergangenen Monaten sind Helena und ich im Waisenheim außerdem auf immer mehr Arbeit aufmerksam geworden, bei der wir die Dadas unterstützen können. Wann immer wir es schaffen und nichts dazwischen kommt, gehen wir gegen sieben Uhr abends noch einmal zu den ganz Kleinen „Watoto wadogo“ zum Windeln wechseln und Fläschchen geben und später gegen zehn Uhr abends dann wieder zu den „Watoto wa kati“, um Uji zu füttern und die Kleinen wieder ins Bett zu bringen. Weil bei den Kindern Abends und vor allem Nachts die gleiche Arbeit für die Dadas anfällt wie auch tagsüber, nur eben mit weniger Helfern, macht es mir dann auch nichts aus, noch einmal aus dem Federn zu steigen, um mit anzupacken.

In der Schneiderschule haben Helena und ich in den letzten Monaten einige Anläufe gestartet, unsere sehr große Englischklasse (Jahr 1-3) für ein effektiveres Lernen in Kleingruppen aufzuteilen. Da die Schneiderschule momentan aber leider etwas unorganisiert und unstrukturiert ist, ist die Umsetzung unseres Planes in den vergangen Monaten gescheitert, weil meist noch ein anderer Lehrer einen Teil der Gruppe in irgendeinem anderen Fach unterrichtet hat. Hier ging es in den letzten Monaten nerviger weise tatsächlich zu, als hätten wir nie einen Stundenplan erstellt.
Deshalb waren immer andere Schüler in den Englischstunden anwesend oder nicht anwesend, wir konnten nur eingeschränkt weiterarbeiten und dementsprechend auch nicht die gewünschten Lernerfolge erzielen, was zeitweise doch recht frustrierend für uns beide war.
Nach mehrfachen Bitten an die leitende Schwester der Schneiderschule einen neuen Stundenplan zu erstellen, haben wir uns letzte Woche dann endlich mit den anderen zusammen gesetzt und gemeinsam einen Plan erstellt. Nun sind wir gespannt und auch sehr skeptisch, wie es in den verbleibenden Monaten mit der Umsetzung klappt.

Die Watoto wa dogo und hier die Watoto wa kati Versteckspielen :) Kreidemalen, eine unserer liebsten Bescaeftigungen

 

Ein echtes Highlight- Wie man in Tansania Hochzeit feiert:
Ein ganz besonderes Ereignis in den letzten Monaten war die Hochzeitsfeier einer Arbeitskollegin Anfang März, zu der wir eingeladen waren.
Am Vortag hatten wir ein Geschenk für das Brautpaar gekauft. Nach reichlicher Überlegung und einigen Ideen unserer Dadas, denn was schenkt man bloß bei einer Hochzeit in Tansania, hatten wir uns für ein Hemd und eine Krawatte für den Bräutigamund eine Kitenge für die Braut entschieden. Am nächsten Morgen zogen Helena und ich das schickste Kleid das wir haben, unsere Sonntagsoutfits an und machten uns auf den Weg. Der Trauungsgottesdienst sollte um 10 Uhr morgens in einer kleinen evangelischen Kirche stattfinden. Als wir jedoch pünktlich um 10 Uhr bei der Kirche ankamen, waren noch keine anderen Gäste in Sicht, die Mamas bereiteten noch das Festessen vor und die Helfer stellten in der Kirche noch die Stühle auf. Für uns hieß es also warten, bis es dann gegen 12 Uhr Mittags endlich losging mit dem Gottesdienst. Zuerst traf der Bräutigam, unter großem Jubel und Applaus, begleitet von seinen Trauzeugen und seiner engsten Familie in der Kirche ein, dann die Braut, ebenfalls von Jubel der Trauzeugen und Familie begleitet. Der ganze Gottesdienst, bis auf die Predigt des Priesters, war eher eine große, stimmungsvolle, laute Party, als romantisch und sentimental wie ich erwartet hätte. Das ganze wurde dadurch unterstützt, dass es in Tansania Tradition ist, dass sich das Brautpaar, alle Ehrengäste und die Trauzeugen den ganzen Tag nur tanzend bewegen. Das Brautpaar tanzt in die Kirche ein, das Brautpaar tanzt aus der Kirche heraus, das Brautpaar tanzt in die Festhalle hinein, es tanzt in der Festhalle, es tanzt aus der Festhalle heraus- gegangen wird nicht. Ein bisschen Romantik kam dann aber während des Gottesdienstes doch auf, als der Bräutigam der Braut den Schleier aus dem Gesicht genommen hat und dann später beim „Ja-Wort“.
Nach dem Gottesdienst ging es dann in die Festhalle in Ipamba, wo das Programm weiter ging.
Zuerst mit ein paar Dankesreden des Brautpaares, der Eltern des Brautpaares und der Trauzeugen. Später haben sich dann die Familien von Braut und Bräutigam vorgestellt und besondere Ehrengäste. Dann kam, was ich schon ein bisschen befürchtet hatte: Der Moderator forderte die beiden „Wazungu“ auf, sich vorzustellen, falls sie Kiswahili sprechen. Ja, so ist das, als Giraffe unter den Schafen kommt man eben nicht drum rum, egal wie sehr man sich auch bemüht unauffällig zu sein. Also sind wir aufgestanden, haben uns vorgestellt wer wir sind, was wir hier machen, wo wir herkommen und wie lange wir bleiben und haben uns dafür bedankt, hier sein zu dürfen und diesen besonderen Tag mitzuerleben. Über unsere Worte in ihrer Sprache haben sich die meisten Gäste dann auch sehr gefreut und das wiederum hat mich gefreut.
Bevor dann das Buffet eröffnet wurde, gab es noch die große Geschenkübergabe, denn in Tansania ist es Tradition, dass alle Gäste nacheinander tanzend nach vorne zum Ehrentisch des Brautpaares kommen, um dort die Geschenke zu überreichen. Helena und ich waren übrigens die einzigen, die das Geschenk eingepackt haben- das macht man hier scheinbar nicht- denn zu einer richtigen feierlichen Übergabe des Geschenkes gehört es auch, dass jeder sehen kann was es ist. Jaja, die Wazungu wieder..
Nach dem üppigen Festessen, mit Reis, Pilau, Kartoffeln, Hühnerfleisch, Salat, Kraut, Bohnen, Pilipili und für jeden eine Banane zum Nachtisch, war die Hochzeitsfeier dann auch beendet und jeder der mochte konnte Fotos mit dem Brautpaar machen. Doch auch für Helena und mich stand noch eine Fotosession an, da viele Gäste ein Foto mit den Weißen haben wollten. Auch wenn wir immer versuchen, das mit Humor zu nehmen, so eine Attraktion auf Grund unserer Hautfarbe zu sein, ist es zugegeben doch manchmal ein komisches Gefühl.
Für mich war es sehr eindrucksvoll, eine Hochzeit in einer fremden Kultur miterleben zu dürfen. Diesen Tag werde ich bestimmt niemals vergessen.

Die kleine Kirche auf der linken Seite und rechts eine Mama, die das Festessen vorbereitet Die kleine, schoen geschmueckte Kirche von Innen Ein Erinnerungsfoto mit dem Brautpaar :)

Pasaka- was in der Osterzeit so alles passiert ist:
In den beiden Wochen vor Ostern waren Helena und ich wieder viel mit Chorproben beschäftigt, denn wie auch schon an Weihnachten wurde vor dem großen Auftritt in der Kirche am Ostersonntag jeden Tag ca. 1,5 Stunden geprobt.
Die Ostertage selbst werden mir als besonders schöne Zeit in Erinnerung bleiben. Ich hatte an allen Feiertagen frei und konnte deshalb von Gründonnerstag an jeden Tag mit den Schwestern und den größeren Kindern in die Kirche gehen. Obwohl es insgesamt viele, viele Stunden in der Kirche waren, konnte ich die Messen und die besondere Stimmung genießen, was ich vorher gar nicht erwartet hätte. Das Osterfest ist hier mindestens genauso bedeutend wie das Weihnachtsfest, denn es wird die Auferstehung Jesu gefeiert, die Begründung des christlichen Glaubens.
Eine der schönsten Messen war für mich an Gründonnerstag. Ganz am Ende des Gottesdiensten wurde auf der anderen Seite des Altars die Hostie aufgestellt und jeder der mochte konnte vor ihr im Stillen beten oder in den wunderschönen und wirklich berührenden Gesang der Brüder und Schwestern mit einstimmen. Zum anderen hat mir die Messe am Samstagabend besonders gut gefallen, wo sich zu Anfang jeder eine Kerze am Osterfeuer anzündete und wir dann nur im Schein der Kerzen in die Kirche einliefen.
Am Ostersonntag haben wir dann mit dem Chor in der Kirche gesungen und für mich war es der bisher beste Auftritt unseres Chores. Gegen Abend waren wir dann noch von drei befreundeten jüngeren Krankenschwestern eingeladen, die direkt am Krankenhaus wie in einer großen WG zusammen wohnen. Wir haben gemeinsam Musik gehört, Soda getrunken und viele Fotos gemacht- ihr müsst nämlich wissen, die Tansanier lassen sich unglaublich gerne fotografieren.
Während der gesamten Ostertage konnten wir nachmittags viel Zeit mit den Kindern verbringen, was ich total genossen habe. Am Sonntag und am Montagabend gab es jeweils eine kleine „Osterfeier“. Es wurde Musik gespielt und alle zusammen haben in der großen Halle getanzt, erst Dadas und Kinder gemeinsam, zu späterer Stunde dann nur noch die Dadas.
Am Ostermontag war ich aber leider krank, so dass ich diesen Festtag nicht komplett ausnutzen konnte. Schon Sonntagabend ging es mir nicht so gut. Am Montagmittag habe ich dann, nachdem ich den halben Vormittag mit Helena, Dada Magrit und Neema, die sich das Kinn aufgeschlagen hat in der OPD (Notaufnahme) verbracht habe, Fieber bekommen und deshalb den ganzen Nachmittag geschlafen. Leider fiel deshalb auch unser Plan am Ostermontag einen Kuchen für die Kinder zu backen flach, und ich habe (nicht ganz so unglücklicher Weise) auch die vielen Besucher aus der Stadt, die mit Geschenken für die Kinder ins Waisenheim kamen, und natürlich um Fotos zu machen (meistens besonders gerne mit den beiden Weißen) verpasst. Glücklicherweise ging es mir schon am nächsten Tag besser.

Gruppenbild mit den Schwestern und Neema Und ein Gruppenbild mit den Kindern in ihren Oster-Outfits (Helena und ich sehen uebrigens wegen des Aufritts in der Kirche in schwarz und weiss so gleich aus)

Besuch von Freunden aus Dodoma & Kyela:
Mittlerweile hatten wir auch schon zwei Mal Besuch von unseren Mitfreiwilligen. Zuerst waren in der „Vorosterzeit“ Hannah und Rabea aus Dodoma und dann direkt nach Ostern Nina und Anna aus Kyela, ganz in der Nähe vom Malawi-See zu besuch.
Wir haben ihnen unsere Einsatzstellen, das Waisenheim sowie das Krankenhaus, die nähere Umgebung und Iringa Mchi (die Stadt) gezeigt. Wir haben die vielen verschiedenen Maerkte in Iringa besucht, den Massai-, den Secondhand- und den grossen Lebensmittelmarkt und haben selbstverstaendlich auch im Neema-Crafts vorbeigeschaut.
Alle vier waren, nicht anders zu erwarten, begeistert von Neema-Craft „Ich könnte hier den ganzen Laden leerkaufen“ (Zitat von Rabea) und vom Massaimarkt, der viele schoene Kleinigkeiten zu bieten hat.

Der grosse Lebensmittelmarkt im Zentrum der Stadt und der kleine versteckte Markt, ein Geheimtipp von Lukas :) Bummeln auf dem Massaimarkt


Mit Hannah und Rabea waren wir außerdem bei Lukas Brüdern in der Consolatha Secondary School zum Abendessen eingeladen, was sehr lustig war war, weil alle seine Brüder total entspannt, gesprächig und locker drauf sind, und sind am Sonntagmorgen gemeinsam mit ihnen und der ganzen katholischen Kirchengemeinde Tosamagangas auf den nahegelegenen Berg hier in Ipamba gestiegen. Auf dem Weg befinden sich die vierzehn Stationen des Kreuzweges und Helena und ich haben an diesem Sonntag unseren ersten richtigen Kreuzweg gebetet. Das dieser Kreuzweg einmal im Jahr vor Ostern gegangen wird, ist Tradition. Oben auf dem Berg fand dann eine Messe statt und wir haben mit unserem Chor gesungen und Helena hat sogar eine Lesung vorgetragen.
Die Kirchengemeinde beim Bergaufstieg Eine der Kreuzwegstationen Somo la pili
Mit Nina und Anna haben wir noch einmal eine Tour zur Isimila Stone Age Site gemacht, dem nahegelegenen Steincanyon, den Helena und ich im November schon angeschaut hatten.
Mit der durch die Regenzeit aber schönen grünen Umgebung und viel besserem Wetter als damals, war der Eindruck aber auch noch einmal ein ganz anderer als zuvor und wir alle haben den Ausflug genossen.
Von Yuko, einer befreundeten Kollegin aus dem Krankenhaus, die aus Japan kommt und an einem Projekt im Krankenhaus arbeitet, das sich „5 S Kaizen“ nennt und dessen Ziel es ist die Arbeitsbedingungen im Krankenhaus zu verbessern, waren wir zum japanischen Abendessen eingeladen. Dieses kulinarische Abenteuer, denn wir alle, ausgenommen Helena, hatten bisher noch kein japanisch gegessen, war ein richtiges kleines Highlight. Es gab Reis mit Ingwer und Sojasprossen, Fleisch in einer leckeren, süßsauren Soße, Egg-Rolls und Seetang mit Wasabi.

Mit dem Pikipiki unterwegs Yuko hat gekocht Mit Anna, Nina und den Kindern Bohnen aussortieren :) Mit Anna, Nina und den Kindern Bohnen aussortieren :)
Für mich war es sehr schön Besuch von unseren Freunden zu haben. Es hat mir viel Spaß gemacht, ihnen unsere Einsatzstelle, unseren Arbeitsalltag, unsere tollen Kinder und die Umgebung hier in Iringa zu zeigen.

Besuch in Dodoma:
Letztes Wochenende haben wir außerdem zwei Freundinnen in Dodoma in ihrer Einsatzstelle, einer Einrichtung für geistig behinderte Kinder besucht, in der ungefähr 35 Kinder leben. Obwohl Dodoma nur vier Stunden Fahrtzeit von Iringa entfernt ist, sind Landschaft und Klima auf Grund des Höhenunterschiedes total verschieden. Wenn wir hier in Tosamaganga beispielsweise abends gerne unseren Pullover auspacken, ist ein Pulli in Dodoma nicht nötig und während in der Umgebung von Iringa durch den vielen Regen seit Dezember die Felder sprießen und alles grün ist, ist die Landschaft in der Region Dodoma dürr und trocken, weil es in den letzten Monaten kaum geregnet hat und die Ernte in diesem Jahr leider mehr als bescheiden, was ein großes Problem für die Bevölkerung auf dem Land darstellt.
In Dodoma, Tansanias Hauptstadt, haben wir uns dann das Regierungsgebäude von außen angeschaut und waren in der Dodoma University, die etwas außerhalb des Zentrums gelegen ist. Die University of Dodoma ist riesig und fast schon eine kleine eigene Stadt, mit großen, weißen, gleich aussehenden Gebäuden die sich aneinanderreihen und deren „Stadtteile“ wie die Abteilung Education oder Science alle nur mit dem Dalladalla zu erreichen sind. Die Universität hat Platz für mehr als 50.000 Studenten und wurde vor allem gebaut, um Tansanias Hauptstadt attraktiver zu machen.
Einen Vormittag haben wir gemeinsam in der Einsatzstelle der beiden mit den Kindern verbracht und ich habe wirklich Respekt vor Rabea und Hannah, die jeden Tag den Alltag mit 35 geistig behinderten Kindern meistern, denn das ist schon noch einmal eine andere Herausforderung.
Gemeinsam mit einem anderen Mitarbeiter der Einsatzstelle, Alois, haben wir dann am Nachmittag die nähere Umgebung erkundet. Wir sind mit dem Auto in den äußersten Stadtteil Dodomas, nach Vyula gefahren um dort auf einen Berg zu klettern, der sich im Endeffekt aber doch eher als ein Hügel herausgestellt hat, so dass der Aufstieg in wenigen Minuten bewältigt war.
Anschließend ist Alois mit uns zu seinen Feldern gefahren und wir haben Sonnenblumen, Mais, Rosellabüsche, Kichererbsen, Erdnüsse, und Wassermelonen (die übrigens an Ranken auf dem Boden wachsen) aus nächster Nähe betrachtet.
Gegen späten Nachmittag waren wir dann in einem anderen Dorf auf einem traditionellen Wochenmarkt, der mich ein bisschen an ein Dorffest in Deutschland erinnert hat. Neben vielen Second-hand-Ständen waren hier nämlich auch „Bierzelte“ aufgebaut, aus Stöckern und Plastikplanen. Auf diesem Markt treffen sich die verschiedensten Leute, ob Bauern oder Bankkaufmänner im Anzug und alle sitzen zusammen und trinken gemeinsam Pombe (Alkohol) oder eine Soda.
Auf diesem Markt wurde außerdem frisch geschlachtet, ein netter Anblick von Rinder und Ziegenköpfen all-inclusive und dann vor Ort gegrillt und verkauft, sodass ich auch in den „Genuss“ kam, frisch gegrilltes Ziegenfleisch zu probieren.
Dank Alois hatten wir die Möglichkeit Dodoma aus einer ganz untouristischen Perspektive kennenzulernen und das war ziemlich cool.
Das Wochenende in Dodoma war eine sehr schöne Auszeit und ich freue mich jedes Mal, wenn ich eine andere Einsatzstelle kennenlernen kann. Ich finde es jedes Mal spannend zu sehen, in was für verschiedenen Einrichtungen und Umgebungen wir arbeiten und leben.

Auf der Spitze des riesen Berges.. der sogar einen eigenen Watchman hat.. hatten wir eine schoene Aussicht Mit dem Auto mitten im Sonnenblumenfeld Wassermelonen wachsen an Ranken!!! Der Wochenmarkt mit seinen Bierzelten.. und dem frisch geschlachteten Fleisch

Und was wir in unserer Freizeit sonst noch so machen:
An den Wochenenden sind wir manchmal von Arbeitskollegen aus dem Krankenhaus zu ihren Familien zum Essen eingeladen, besuchen zwei befreundete Nursing-Students in ihrem Hostel in Ipamba, schauen bei Jesca vorbei, einer jungen Frau aus dem Dorf, mit der wir uns total gut verstehen und gerne gemeinsame Zeit verbringen oder wir besuchen die jüngeren Krankenschwestern des Tosamaganga Hospitals.
Ich finde es toll, dass es uns dadurch möglich ist, so viele Einblicke in das „echte“ tansanische Leben und verschiedene Lebenssituationen, außerhalb unseres Waisenheimes, zu bekommen, sei es das Familienleben, das Leben als Studentin oder einer jungen studierten Frau, die momentan im Laden ihres Vaters aushilft.
Zu Besuch bei meinen Kolleginnen :)

So, das war es dann erst einmal wieder von mir. Ich kann wirklich kaum glauben, dass nur noch 2,5 Monate in Tansania verbleiben und fuer mich gilt deshalb: jeden Moment und jede bereichernde Erfahrung zu geniessen.
Ich hoffe, dass es euch allen gut geht.

Viele liebe Gruesse und bis bald!

Eure Silja

Mittwoch, 04.03.2015

Halbzeit in Tosamaganga

Hallo Zusammen,
Habari za siku nyingi?
Heute melde ich mich wieder zurück und dabei kann ich es kaum glauben, dass schon die Hälfte meiner Zeit hier in Tansania, die Hälfte meines Abenteuers, vorbei ist. Wie unglaublich schnell doch die Zeit vergeht..
Im letzten Monat ist viel passiert und davon möchte ich euch ein bisschen berichten.

Am 04. Februar, Helenas Geburtstag, sind wir früh morgens nach einer kurzen Nacht, denn wie es sich gehört haben wir gemeinsam mit ein paar Luftballons, Luftschlangen und Päckchen von Zuhause in ihren Geburtstag hineingefeiert, in Richtung Morogoro aufgebrochen, wo unser Zwischenseminar stattfand. Unsere ganze Gruppe hat sich im Bigwa-Center nach 4 Monate wieder gemeinsam eingefunden, und es war einfach super schön, alle wiederzusehen und Zeit miteinander zu verbringen. In den nächsten 7 Tagen hatten wir viele Gelegenheiten uns auszutauschen, unsere Erfahrungen weiterzugeben und loszuwerden was uns auf dem Herzen liegt. Zu hören, wie es den anderen geht, wie sie zurechtkommen und welche Höhen und Tiefen sie schon erlebt haben, war bereichernd und hat mir neue Denk- und Handlungsanstöße gegeben.

Das Geburtstagskind Morogoro am Fuße der Usambara Berge Einfach ein bisschen Zusammensitzen, Quatschen und Gitarrespielen Es war einfach schön, alle wiederzusehen :) Ein Gruppebild vor der Kirche, alle in ihren Sonntagskleidern Auch
Das Zwischenseminar bestand aber natürlich nicht nur ausschließlich aus Reflektionsrunden, denn wir sollten natürlich auch etwas lernen. Aus diesem Grund bereiteten wir in Gruppen Präsentationen zu den Themen „Wahlen in Tansania“ (besonders aktuell, denn im Oktober finden Präsidentschaftswahlen statt), „Korruption“, „Kindererziehung“ und „Rolle der Frauen in Tansania“ vor, mit denen wir im Alltag hier täglich konfrontiert sind.
Ein besonders netter Programmpunkt des Zwischenseminars war definitiv der Freie Nachmittag am Pool des in der Stadt gelegenen Morogoro-Hotels, an dem wir Zeit hatten einfach ein bisschen auszuspannen. Nach einer Abkühlung hatten Helena und ich uns in den letzten Tagen im 36°C heißen Morogoro schon die ganze Zeit gesehnt, denn wir als Hochlandbewohner sind diese Temperaturen im Gegensatz zu den meisten anderen Freiwilligen dann doch nicht gewöhnt. 

Schwimmen im Hotelpool :) und eine kalte Soda genießen und das schöne Wetter genießen
Auch die Tageswanderung in die Uluguru-Berge, an deren Fuße die Stadt Morogoro gelegen ist, war ein echtes Highlight. Als wir früh morgens los marschiert sind, wusste keiner von uns genau was uns erwartet, nur dass unser Ziel ein Wasserfall war. Gerechnet hatten wir nach Aussagen unseres Tourguides dann damit, dass wir wahrscheinlich 2-3 Stunden bis zu unserem Ziel brauchen würden. Doch da hatten wir uns getäuscht. Nach sage und schreibe 6,5 Stunden Wanderung bei ziemlicher Hitze durch die doch sehr steilen Uluguru-Berge und nur einer größeren Pause an der „Villa Morningside, einem ehemaligen Administrationsgebäude aus Zeiten deutscher Kolonialherrschaft, erreichten wir dann endlich den wunderschönen Wasserfall unter dem wir uns dann, und das war echt ziemlich cool, auch abkühlen konnten. Abschließend standen uns dann noch 3 Stunden Rückweg bevor.
Besonders beeindruckend während der Wanderung war auf jeden Fall der großartige Ausblick auf die Stadt Morgoro, die in einer Ebene gelegen ist und die unglaublich steilen umgebenden Berghänge, an denen dennoch intensiv Bergbau betrieben wird. Dieser Bergbau wird durch ein Bewässerungssystem ermöglicht. Wie die Einheimischen (hier in den Bergen lebt der Stamm der Uluguru) es schaffen, hier die Felder zu bestellen, Bananen, Reis, Mais und andere Früchte anzubauen ist wirklich bewundernswert, das muss riesige Anstrengung und großen Fleiß erfordern.

Singend sind wir gut gelaunt in unsere Wanderung gestartet- ..haben die wunderschöne Aussicht genossen.. .. <3 .. .. uns unter dem Rasenspränger abgekühlt.. ..sind so manchen steilen Berg erklommen.. ..bis wir dann endlich an der Villa Morningside ein bisschen pumziken konnten!  <3 Die Felder auf den Berghängen Eines der vielen kleinen Häuschen mitten in den Bergen Endlich haben wir unser lang ersehtes Ziel den Wasserfall erreicht :) Juhuuu Abkühlung
Nach Ende des Zwischenseminars war die Auszeit aus dem Arbeitsalltag für mich und Helena aber noch nicht vorbei. Gemeinsam mit 5 anderen Freiwilligen aus unserer Gruppe, Pati, Hanna, Frieda, Isi und Lukas ging es für uns noch ein paar Tage nach Dar es Salaam, um auch der großen Stadt einen Besuch abgestattet zu haben.
Übernachtet haben wir zwei Nächte im YMCA, einem Hostel der katholischen Mission, in dem wir für eine Nacht im Doppel- bzw. Dreierzimmer + Frühstück nur 10.000 Tansanische Shilling, also 5 Euro bezahlt haben.Total positiv überrascht waren wir deshalb davon, dass Zimmer und Bad relativ gepflegt waren, denn wir hatten schon mit ziemlichem Ranz gerechnet, das Frühstück lecker und die Lage des Hostels super zentral- also ein richtiger Glücksgriff. 

Unser Zimmer im YMCA 
Dann so das erste Mal alleine in der großen Stadt unterwegs, da waren wir wirklich etwas überwältigt, denn die Innenstadt von Dar es Salaam ist ganz anders, als was ich hier in Tansania sonst so gesehen habe. Viele moderne Hochhäuser reihen sich aneinander, es gibt ein Bankenviertel und riesige Einkaufshäuser. Im Gegensatz dazu wird man in anderen Ecken der Stadt, aber auch im Stadtzentrum selbst, mit großer Armut konfrontiert. Wenn man mit dem Dalladalla in das Stadtzentrum hineinfährt durchquert man beispielsweise erst einen großen Slum, bevor sich dann plötzlich die riesigen Hochhäuser aus der Erde erstrecken, die zahlreichen Obdachlosen schlafen im Stadtzentrum in Papphütten am Strand, der mit Maschendrahtzaun abgesperrt ist und noch nie zuvor wurde ich so viele Male um Geld angebettelt wie hier.

Die große Stadt Der wunderschöne Ausblick vs. Papphütten am Strand
In Dar es Salaam hatten wir dann 4 Tage volles Programm. Wir waren beim Kariakoomarkt, wo es neben einem riesigen Marktkomplex mit sämtlichen Utensilien für den Haushaltsbedarf und Feldbau auch einen großen Stoffmarkt gibt. Das war wirklich totale Reizüberflutung, ich wusste gar nicht, wo ich zuerst hinschauen soll.Der Kariakoomarkt ist kein besonders touristischer Ort, wir sind nicht einem einzigen anderen Weißen begegnet und wurden die ganze Zeit von Einheimischen gewarnt, dass wir bloß ordentlich auf unsere Taschen aufpassen sollen- glücklicherweise ist aber alles gut gegangen und niemandem wurde etwas geklaut.

Ein Schnappschuss des Kariakoo Marktkomplexes und nur ein kleiner Einblick in das riesen Stoffangebot :)
Außerdem haben wir uns den großen Fischmarkt angesehen, der alles zu bieten hat, was der indische Ozean an Fischen und Meeresfrüchten hergibt und auch dementsprechend riecht, denn die toten Fische liegen hier den ganzen Tag ungekühlt in der Hitze. 

Der große Fischmarkt
Natürlich haben wir auch ein bisschen Kultur betrieben und die beiden großen Kirchen (evangelisch-lutherisch und katholisch) abgeklappert sowie ein Denkmal im Stadtzentrum, das an den Sieg der Engländer über die Deutschen in der Kolonialzeit erinnert. 

Das obligatorische Denkmal-Foto und ein Gruppenbild uuund ganz leckeres indisches Essen !
Ansonsten waren wir noch alle zusammen auf dem Mwenge-Markt, einem „Afrika-Markt“ wo es typisch traditionell afrikanische Souveniere aber auch Taschen, Schmuck und Kleider zu kaufen gibt und haben im großen Kaufhaus „Mlimani-City“ vorbeigeschaut.
Hier haben wir tatsächlich einen kleinen Kulturschock erlebt und hatten das Gefühl, durch nur einen Schritt durch die Eingangstür plötzlich in der westlichen Welt gelandet zu sein. Riesige Supermärkte, Kleidungs- und Elektroläden reihen sich hier aneinander, die Regale übervoll, die Preise hoch und ich habe mich die ganze Zeit einfach nur gefragt, wer das alles leer kaufen soll und mich deshalb auch nicht besonders wohl gefühlt. In einem Land in denen Menschen an Unternährung sterben, ist ein solcher Überfluss irgendwie noch erschreckender als sowieso schon.

Mlimani City und das riesen Kaufhaus einmal von Außen

Im „Mlimani-City“ haben wir uns dann mit Theresa und Gitti getroffen, deren Einsatzstelle, ein Waisenheim, etwa eineinhalb Stunden von Dar es Salaam entfernt liegt und auch mit der englischen Voluntärin Lilly, die für zwei Monate in der Einsatzstelle von Gitti und Theresa arbeitet. Wenig später ist dann auch noch Kathi, eine weitere Mitfreiwillige von uns dazu gestoßen, die mit unseren Mentoren zusammen im Agapecenter in Dar es Salaam lebt.
Am vorletzten Abend unseres Dar es Salaam Aufenthalts sind wir dann mit der Kigamboni-Fähre, die ganz in der Nähe des Fischmarktes ablegt, über eine Meeresenge auf die andere Seite der Stadt gefahren und haben dort in einem kleinen Haus direkt am Strand übernachtet. Dieses Haus war eher ein Geheimtipp, ein kleiner Familienbetrieb, aber wirklich schön.
Gemeinsam haben wir dann am Strand einen schönen Abend verbracht, natürlich begleitet von drei Einheimischen Bekannten, denn alleine trauen wir uns ganz vorschriftlich im Dunkel nicht raus.

Warten auf die Fähre- Das Tosamaganga Team auf Reisen die Aussicht von der Fähre auf Dar es Salaams Innenstadt und auf die ruhigere Seite der Stadt

Da wachsen Bäume im Meer! Das Häuschen direkt am Strand

Den ganzen nächsten Tag waren wir dann am Strand, haben entspannt und natürlich ganz viel im wunderschönen, unglaublich blauen, Indischen Ozean geschwommen.
Obwohl ich dachte, ich hätte immer schön im Schatten gelegen und mich auch genügend eingecremt, hatte ich am Abend einen dicken Sonnenbrand, das geht hier ganz schön schnell. 
Die letzte gemeinsame Nacht, bevor dann Lukas, Isi und Frieda am nächsten Tag wieder in ihre Einsatzstellen zurückgefahren sind, haben wir im Agapecenter geschlafen, um auch unsere Mentoren und Kathis tansanisches Zuhause zu besuchen. Obwohl das Agape-Center auch in Dar es Salaam liegt, hat der Weg von der Innenstadt Dank des Verkehrschaos und dem vielen Umsteigen mehr als 3 Stunden gedauert. Am Ende des Tages waren Helena und ich deshalb schon froh, dass wir nicht in so einer riesigen, heißen und überfüllten Stadt Leben und Arbeiten müssen.

    Auf dem Weg zum Strand Der wunderschöne Strand (sogar mit Palmen hehe)<3 weißer Sand und traumhaft blaues Meer <3 Chillen am Strand- auch ganz vorbildlich im Schatten  und einfach ein bisschen die Seele baumeln lassen :)
An unserem letzte Urlaubstag sind wir dann mit Pati, Hanna und Gitti und Theresa in ihre Einsatzstelle das Waisenheim „Karibu Nyumbani“ gefahren, das eine Bus und längere Pikipiki-Fahrt vom Agape-Center entfernt liegt. Karibu Nyumbani ist wirklich sehr schön. Es wird von einer Engländerin und einer Tansanierin geleitet, die Gebäude sind ganz neu, modern und sehr komfortabel und es gibt nur 13 Kinder  was schon ganz anders als bei uns hier in Tosamaganga ist.
Es war auf jeden Fall spannend mal eine andere Einsatzstelle zu sehen. Wir haben noch alle zusammen mit den Kindern etwas Zeit auf dem Sportplatz verbracht und uns dann als Urlaubs-Abschluss einen gemütlichen Abend mit Soda und Keksen gemacht.

Auf gehts auf den Sportplatz
Am nächsten Morgen in aller Frühe ging es für uns dann wieder zurück nach Hause. Nachdem uns der bestellte Pikipiki-Fahrer, der uns zur Busstation bringen sollte, versetzt hat, wie sollte es auch anders sein, waren wir schon ein bisschen panisch, dass wir unseren Bus nicht mehr kriegen, denn zu fuß ist die Busstation von Karibu-Nyumbani aus vielleicht nach ungefähr 1,5 Stunden Fußmarsch zu erreichen. Dank Lilly, die jeden Morgen die Kinder zur Schule bringt, und auf deren Geländewagen wir dann hinten aufspringen konnten, ist zum Glück alles gut gegangen und wir saßen letztendlich zur richtigen Zeit im richtigen Bus. Unsere Vorfreude auf Zuhause, die Kinder, die Dadas, die Schwestern, die Arbeit und auch die kühlere Luft war groß und so war es einfach schön, gegen Abend in unserem Tosamaganga Orphanage anzukommen, von inzwischen schon so vertrauten Gesichtern begrüßt zu werden, und alle wieder in die Arme zu schließen.
Mit durch den kleinen Urlaub neu gewonnener Motivation konnten wir dann wieder voll in den Arbeits-Alltag durchstarten, der inzwischen auch wieder ganz eingekehrt ist.

Ansonsten fand am 20.02 hier in Tosamaganga die große Beerdigung eines Askofus (Bischoffs) aus Iringa statt. Die Trauergemeinde war riesig groß: Unglaublich viele Schwestern und Brüder, Priester, andere Bischöfe aus dem ganzen Land und bestimmt ¾ der Bevölkerung aus allen Dörfern in denen der Bischoff gelebt hat, waren angereist um dem Askofu die letzte Ehre zu erweisen. Die ganze Kirche war voll und sogar draußen waren Pavillions mit vielen Bankreihen aufgebaut und die Trauerfeier konnte auf einer Leinwand mitverfolgt werden.
Sogar ITV (der nationale Fernsehsender) war vor Ort, um die Trauerfeier zu filmen und ins Fernsehen zu übertragen.
Besonders war auf jeden Fall, dass der Askofu aber nicht auf dem „Shamba la Mungu“ (Friedhof) begraben wurde, sondern sein Grab in den Steinboden der Kirche eingelassen wurde.
Nach der fünf Stunden langen Zeremonie in der Kirche, gab es dann noch Essen vor der Kirche und für die Schwestern, Brüder, Priester und Bischöffe in einer großen Halle. Hier haben Helena, Lukas, den wir auf der Trauerfeier getroffen haben, und ich uns dann auch kurz mit einem Mann unterhalten, der zwar schon sehr seriös aussah, aber wirklich nett und interessiert war, sodass wir uns natürlich nichts dabei gedacht haben. Später wurden wir dann von einem Bruder darüber aufgeklärt, dass dieser nette Mann mit dem wir uns da ganz unbeschwert unterhalten haben, der Premierminister von Tansania ist. Haha, so kanns gehen.

Das war es dann auch für heute erst einmal an Neuigkeiten von mir.
Ich hoffe, dass es euch allen gut geht und das Wetter in Deutschland nicht all zu kalt ist- aber haltet durch, bald kommt ja auch schon der Frühling. Ich muss zugeben: Wenn man keine richtigen Jahreszeiten hat, dann vermisst man sie schon ein bisschen.

Ganz viele liebe Grüße und bis bald! Eure Silja

Dienstag, 20.01.2015

"Heri ya Sikukuu"- Weihnachten und Silvester in Tansania

 Hallo Zusammen, die Hälfte des ersten Monats des Jahres ist schon vorbei und ich möchte euch allen, wenn auch leider etwas verspätet, ein frohes neues Jahr wünschen voller Glück, Gesundheit und Zufriedenheit. In diesem Beitrag soll es vor allem um mein Weihnachten und Silvester hier in Tosamaganga gehen.  

Der 24. war für mich eigentlich ein ganz normaler Arbeitstag mit dem einzigen Unterschied, dass im Krankenhaus überall alles ganz dekoriert war. Die Weihnachtsdekoration, bei der hier in Tansania das Motto gilt Hauptsache kitschig und bunt, sieht zum Großenteil ganz anders aus als in Deutschland. So kann es sein, dass  einem Stoff-Teddybär einfach ein T-Shirt übergezogen und dieser dann als Jesuskind in die Krippe gelegt wird, mit rundherum bunter Dekoration aus Grußkarten und Weihnachtskarten, Tier oder Menschenfiguren, Plastikblumen, Steinen und Platzdeckchen, die bei keiner Dekoration fehlen dürfen. 
Nachdem ich die Arbeit im Krankenhaus beendet hatte, ging es dann im Waisenheim mit Spielen, Füttern, Kinder ins Bettbringen weiter. Danach dann schnell aufs Zimmer, weil ich vor der Abendmesse doch noch einiges vorbereiten musste, unter anderem meinen letzten Blogeintrag (pünktlich an Heiligabend hochgeladen) mit den frohen Weihnachtswünschen fertig schreiben, das Geschenk für die Schwestern einpacken und eine Chorprobe stand um 17 Uhr auch noch an. Die letzten 1,5 Wochen vor Weihnachten hat unser Chor so gut wie jeden Tag ungefähr 2,5 Stunden für den großen Auftritt am 25. In der Kirche in Tosamaganga geprobt. Die vielen Proben haben zwar Spaß gemacht, waren aber doch auch ziemlich anstrengend. 
Wenn wir in der Woche vor Weihnachten einen Tag nicht mit dem Chor geprobt haben, sind wir um 17 Uhr mit den Schwestern in den Gottesdienst gegangen, der in der Woche vor Weihnachten jeden Abend stattfindet. Pünktlich zum Abendessen wieder zu Hause, war das Essen an Heiligabend sehr einfach und nichts Besonderes: Ugali, Mboga und Kartoffeln. Da mussten Helena und ich uns schon ein bisschen zusammenreißen nicht daran zu denken, was wohl gerade so Zuhause in Deutschland auf den Tisch kmmt. Um 21:45 ging es dann mit dem Auto los in die Nachtmesse. Dafür haben Helena und ich uns zum ersten Mal unsere neu geschneiderten Sonntagskleider angezogen, die gerade noch rechtzeitig fertig geworden sind.
Die ganze Kirche war schön geschmückt, es war eine große Krippe aufgebaut, die sogar ein bisschen aussah wie eine Krippe in Deutschland mit Maria, Joseph und Jesus in einem Stall, von Ochs und Esel umgeben. Die Messe war sehr schön, vor allem der Chor, der wirklich toll gesungen hat und ein von Schülern der Tosamaganga-Primary-School mit Gesang und Tanz inszeniertes Krippenspiel. Nach der Messe, gegen halb 1 haben Helena und ich dann noch ein bisschen mit den Schwestern zusammen gesessen,  Schwarztee getrunken und Topfkuchen gegessen. Weil das sich gegenseitig etwas schenken hier in Tansania keine Tradition ist, haben Helena und ich dann gemeinsam in unserem Zimmer um halb 2 Nachts noch eine kleine, schöne Bescherung gemacht und unsere von Zuhause geschickten Weihnachtspäckchen ausgepackt. Da schon seit 6 Uhr abends Stromausfall war und unser Haus nicht durch ein Notstrom-Solaraggregat versorgt ist, mussten unsere Taschenlampen und von Mama geschickte Weihnachtskerzen als einzige Lichtquellen ausreichen- gemütlich war es auf jeden Fall.

Am ersten Weihnachtstag mussten wir wie an jedem anderen Tag, schon um 6 Uhr aus dem Bett, denn die Kinder wollen ja auch an einem Feiertag versorgt und betreut werden. Unser Chor hat in der zweiten Messe um 10 Uhr gesungen, weshalb wir nicht zusammen mit den Schwestern und Kindern um 8 Uhr in die Kirche gegangen sind, sondern etwas später. Der Auftritt ist eigentlich ganz gut gelaufen, vor allem das Tanzen hat glücklicherweise viel besser geklappt, als noch bei der Generalprobe, und am Ende waren alle zufrieden.
Nach der Messe wieder Zuhause angekommen war dann auch schon Mittagessenszeit und wir haben das gemeinsame Essen dazu genutzt den Schwestern ihre Weihnachtsgeschenke zu überreichen: Von einer Schwester in Iringa selbstgemachte Marmeladen und Kekse sowie Teelichter mit Heiligenbildern, die wir noch aus Deutschland mitgebracht hatten. Das Festessen bestand aus Bohnen, Pilau (typisch tansanischer Reis mit …..) Fisch und Weißkraut und natürlich einer Soda für alle. Gegen späten Nachmittag, als alle bis auf die großen Kinder im Bett waren, haben Helena und ich für die Kinder und Dadas Kuchen gebacken, den wir dann am 2.Weihnachtstag verteilen wollten. Wir haben den fertigen Teig auf drei große Bleche verteilt und zwei davon in den Ofen geschoben.. Leider haben wir unseren Kuchen dann im Ofen vergessen… als dieser uns dann kurz vor dem Abendessen wieder eingefallen ist, war einer der beiden Kuchen leider vollkommen verbrannt- es blieb uns also nichts anderes übrig, als am nächsten Nachmittag einen neuen Kuchen zu backen.
Zum Abendessen waren wir von der Matron Sr. Julietta, meiner Chefin im Krankenhaus, eingeladen. Die Schwestern die im Krankenhaus arbeiten, wohnen alle zusammen in einem Haus direkt am Krankenhaus und haben uns sehr, sehr herzlich bei sich empfangen.
 Schon zum zweiten Mal an diesem Tag gab es ein Festessen, dieses Mal einen richtigen Fleischteller mit ein bisschen Reis, ein paar Spaghetti und Hühner-,Rind-, Schweine-, und Hasenfleisch- für mich als ehemalige Vegetarierin waren solche Mengen an Fleisch zugegebener Maßen schon eine echte Überwindung, aber wenn einem so großzügig der Teller beladen wird, dann ist abzulehnen nach tansanischen Vorstellungen von Gastfreundschaft eben unhöflich. Nach dem Essen haben wir dann gemeinsam mit Sr. Julietta und ein paar anderen Schwestern in ihrem Wohnzimmer zusammengesessen, Soda getrunken und getanzt und sie haben uns ein paar typisch tansanische Tanzbewegungen gezeigt. Das war wirklich lustig und hat echt viel Spaß gemacht. Gegen 23 Uhr haben uns Sr. Julietta und der Fahrer der Schwestern nach Hause gefahren und wir sind nach einem langen aber wirklich schönen Feiertag sehr müde ins Bett gefallen.

Am zweiten Weihnachtstag stand dann morgens mein persönliches Highlight des Weihnachtsfestes an: Die Taufe der ganz Kleinen, insgesamt 15 Kinder, in unserer Kirche hier auf dem Gelände des Waisenheims.
Nach dem Aufstehen haben Helena und ich mitgeholfen, die Kinder für ihre Taufe fertig zu machen, und in ihren Taufkleidern sahen alle super schick aus. Nach dem Frühstück ging dann der Taufgottesdienst los, und ich habe mich wirklich sehr darüber gefreut, dass ich Luka, ein Kind das ich besonders in Herz geschlossen habe, während seiner Taufe halten durfte. Die Tauffeier war total schön, besonders, dass extra ein Chor der Schwestern-Schülerinnen gekommen ist, um zu singen. Ein bisschen anders als bei einer Taufe wie ich sie bisher aus Deutschland kenne war vor allem, dass es kein Taufbecken gab sondern nur eine Plastikschüssel. Das Taufwasser kam direkt aus einem roten Plastikeimer mit der Edding-Aufschrift „Maji ya Ubatizo“ (Taufwasser) und wurde den Kindern mit einem kleinen Plastikkännchen über den Kopf gegossen.
Nachmittags mussten Helena und ich nach unserem Missgeschick am Vortag noch einen weiteren Kuchen backen und haben dabei Unterstützung von Lukas bekommen. Lukas ist ein Mitfreiwilliger von Helena und mir, der gemeinsam mit uns mit der Caritas nach Tansania gereist ist, und dessen Einsatzstelle, die Consulata-Secondary School, nur etwa 15 Minuten Fahrtzeit mit dem Dalladalla vom Yatima entfernt liegt. Gemeinsam haben wir dann den Kuchen sowie einige bunte Luftballons an die Kinder und Dadas verteilt und den ganzen restlichen Nachmittag mit den Kindern gespielt und getanzt.
Insgesamt war dieses Weihnachtsfest für mich eine besondere und einmalige Erfahrung, bei der das eigentliche Ereignis, nämlich die Geburt Jesu, viel mehr im Mittelpunkt stand und in der Kirche gefeiert wurde, als es für mich in Deutschland üblich ist. Mein Weihnachten hier in Tansania hatte viele und vor allem ganz andere als materielle Highlights und es war schön, ein Weihnachtsfest auch einmal von dieser Seite kennenlernen zu dürfen.

Schnell war er dann auch schon da, der letzte Tag des Jahres 2014, eines für mich wirklich ereignisreichen Jahres. Ich muss zugeben, dass Helena und ich an das dieses Silvester keine großen Erwartungen hatten und auch nicht mit einer ausgelassenen Feier gerechnet hatten, vor allem weil wir wussten, dass hier bei uns im Heim nichts Besonderes anstand außer ein nächtlicher Kirchenbesuch. Trotzdem haben wir uns ganz bewusst dazu entschieden, Silvester in unserer Einsatzstelle zu feiern und nicht wegzufahren, weil wir Neujahr gerne „tansanisch“ Feiern und Erleben wollten.
Wie auch schon am 24., waren der Morgen und Nachmittag des 31. wie an jedem anderen ganz normalen Arbeitstag auch. Nachdem wir dann gegen 17 Uhr alle Kinder fertig ins Bett gebracht hatten, haben wir dann Lukas in Empfang genommen, mit dem wir gemeinsam Silvester hier bei unseren Schwestern im Yatima gefeiert haben. Zusammen haben wir haben uns dann daran gemacht, den Vorraum unseres Wohnhauses zu dekorieren, mit Luftschlangen und Luftballons aus meinem Weihnachtspaket und Plastik-Blumengirlanden aus Iringa. Schön war, dass sich die Schwestern total über den bunt dekorierten Raum gefreut haben. Nach dem Abendessen ging es dann wieder gegen 21:45 los in die Messe. Das Highlight war definitiv der Priester, der in einem schicken silbernen Glitzer-Talar feierliche Stimmung verbreitet hat. Nach einer zwei stündigen Messe, die ich zugegebener Maßen leider teilweise ein bisschen verschlafen habe, war der Gottesdienst um Mitternacht zu Ende und der erste der mir ein frohes Neues Jahr gewünscht hat, war der Padre.  Vor der Kirche haben wir uns dann alle Segen für das neue Jahr gewünscht , in Kiswahili„Heri ya Mwaka mpya“, und wieder im Waisenheim angekommen, haben wir zusammen Soda und Schwarztee getrunken und Kekse gegessen. Lukas, Helena und ich haben noch länger zusammen gesessen und gequatscht bis wir dann gegen 2:30 Uhr ins Bett gegangen sind.

Mit großer Müdigkeit ging es dann gegen 8:30 Uhr los in die Neujahrsmesse, in der wir mit unserem Chor gesungen haben. Eigentlich hatten Helena und ich darauf gehofft, dass nach Weihnachten die Proben etwas weniger werden, aber es gab Dank diesem Aufritt noch einmal eine Woche volles Programm. Im Endeffekt hat es sich aber auf jeden Fall gelohnt und unser Chor hat den Auftritt mit den in kurzer Zeit einstudierten Neujahrsliedern  erfolgreich gemeistert- darauf wurde dann nach der Messe auch gemeinsam mit Soda angestoßen.. ja an Soda mangelt es hier an Festtagen wirklich nicht.
Nach der Messe ist Lukas dann zurück in seine Einsatzstelle gefahren und Helena und ich haben den Nachmittag zusammen mit den Kindern und Dadas im Heim verbracht, gespielt und getanzt. Es ist immer richtig toll, dass an Feiertagen eigentlich den ganzen Tag tansanische Musik in dem großen Raum vor der Küche (eine Art Aufenthaltsraum) läuft und alle Dadas und Kinder zusammen Singen und Tanzen, wann immer sie Lust haben.
Abends haben Helena und ich haben den Neujahrstag noch zusammen mit den Dadas ausklingen lassen. Sie haben uns ein paar tansanische Tänze gezeigt, wobei die Tansanier den Rhythmus bewundernswerter Weise einfach im Blut haben und ich mich neben ihnen immer fühle, wie ein richtiger Trampel. Wir hatten wirklich viel Spaß zusammen. Alles in allem kann ich sagen, dass ich gut in das neue Jahr gekommen bin und den Beginn von 2015 schön gefeiert habe! (:

Viele liebe Grüße und bis Bald!
Eure Silja

Ein paar Eindrücke:
Die kleine Lydia an Heiligabend im Weihnachtskleid- und Cathi findets auch ganz toll Auch in Wasch-Schalen sitzt es sich gut Ein Gruppenbild nach dem Chorauftritt am 1. Weihnachtstag Der schön geschmückte Speisesaal :) Pumziken mit den Kindern :)  Noch mehr Spaziergang mit Paulina auf dem Gelände- da kann man auch schonmal ganz müde werden Kuchenbacken... .. und das war unser Ergebnis- eher ein großer Keks als ein Kuchen :D Emmy mit Elia <3 Ein Erinnerungsfoto an die bunte Weihnachtsdeko  Nach der Tauffeier, sogar mit einem großen geschmückten Plastikweihnachtsbaum im Hintergrund- nach so einer langen Messe kann Luka auch schonmal die Laune vergehen :D Smile- and the world smiles back :)  

Schnell ein Foto gemacht, als die Luftballons noch ganz waren Juli freut sich auch Und Rufili schmeckt unser Kuchen/Keks Lukas schmückt für Silvester .. wir haben auch Spaß dabei .. und den Schwestern gefällts  Mit Schwarztee auf das neue Jahr anzustoßen ist auch mal was Anderes :) Die Kleinen sind auch am 01.01.2015 um 07:00 Uhr schon Putzmunster und Luka und ich freuen uns, dass wir das neue Jahr zusammen feiern dürfen :) und meine tägliche Aussicht auf dem Weg zur Arbeit, die darf auch nicht fehlen!

 


 



 
 
 
 
 
 
 
 



 




 
 

Mittwoch, 24.12.2014

Neues aus Tosamaganga: Kindergarten-Streichen, Ausflug nach Isimila, der erste Regen und Sikukuus.

Hallo Zusammen, heute kommt endlich ein neues Update von mir, was ich im letzten Monat so Besonderes erlebt habe. Ich wünsche euch ganz viel Spaß beim Lesen. (:

Unser Projekt „ Den Kindergarten streichen“:

Mitte November haben Helena und ich angefangen uns an die Umsetzung unseres ersten „Projektes“ zu machen. Wir haben uns vorgenommen den Boden des Innenhofes des Kindergartens neu zu streichen. Der Kindergarten gehört mit zum Waisenheim und wird von einer der Schwestern, Sr. Cecilia, geleitet und meine Einsatzstellen Partnerin Helena unterrichtet hier jeden Morgen Science, Englisch und auch Kiswahili. In den Kindergarten gehen aber nicht nur die Kinder aus dem Waisenheim zur Schule, sondern auch einige Kinder aus Tosamaganga und viele aus Ipamba, einem Ortsteil von Tosamaganga, der etwa 25 Minuten Fußmarsch von dem eigentlichen Dorf entfernt liegt. Das Waisenheim selbst befindet sich zwischen Tosamaganga und Ipamba, an der Straße, die die Ortsteile miteinander verbindet.
Von einer Gruppe von Freiwilligen, die 2006 einige Zeit hier verbracht hat, wurde der Innenhof mit bunten Bildern wie Schmetterlingen oder der Tansaniaflagge und mit Springspielen bemalt. Da die Farbe mittlerweile schon sehr verblasst und abgeblättert ist, haben wir uns gedacht  diese Bilder nachzumalen und dafür Farbe in der Stadt gekauft.
Eigentlich sind wir davon ausgegangen, dass wir es schaffen, an einem Tag mit allem fertig zu werden- aber falsch gedacht. Weil es in Iringa nur sehr große Pinsel gab, mussten wir spontan mit Zahnbürsten improvisieren- Not macht ja bekanntlich erfinderisch. Der Untergrund des Kindergartens ist leider sehr, sehr uneben und eine gerade Linie zu ziehen beinahe unmöglich Helenas und mein Anspruch ist aber doch zu groß gewesen, um das einfach so hinzunehmen und so haben wir mühsam immer wieder korrigiert bis wir am Ende einigermaßen zufrieden waren. Dementsprechend hat das Streichen allerdings länger gedauert als erwartet und am Ende des schönen Tages haben wir zwar ganz viel Spaß gehabt, aber nur zwei von insgesamt elf Bildern zur Hälfte fertiggestellt. Die Zwischenergebnisse könnt ihr euch in den Bildern anschauen.
Für die nächsten Wochen haben wir uns also vorgenommen wann immer an den Wochenenden Zeit ist, im Kindergarten weiterzumachen… doch leider kam uns der erste richtige Regen in die Quere.

Der erste Regen:
Obwohl die eigentliche Regenzeit schon Anfang November begonnen hat, hat sich der Regen in diesem Jahr etwas verspätet und meinen ersten tansanischen Wolkenbruch konnte ich deshalb erst Ende November miterleben. Helena und ich haben gerade im Essensraum Tee getrunken, als der Regen losging und es anfing zu stürmen. Irgendwie bin ich davon ausgegangen, der Regen würde nicht so lange anhalten, ähnlich wie bei einem Wolkenbruch in Deutschland aber nach einer Stunde war immer noch kein Ende in Sicht. Plötzlich kam Sr. Prisca hereingestürmt und hat uns die Schreckensnachricht überbracht, dass Regen und Wind  Dächer von Gebäuden des Waisenheims und das ganze Dach des Neubaus vom Kindergarten herunter geweht hat. Glücklicherweise waren die betroffenen Häuser des Yatimas „nur“ ein Haus in dem Lebensmittel gelagert werden & das Haus, in dem sich neue Kinder zusammen mit zwei Dadas die erste Zeit eingewöhnen, das zum Glück zu diesem Zeitpunkt nicht bewohnt war.
Wir sind dann gleich herausgelaufen, um Betten und Tische und Sessel aus dem Haus herauszutragen, im Kindergarten Stühle und Tische ins Trockene zu bringen sowie alle Hefte und Bücher der Kinder, die natürlich leider völlig durchnässt waren. Dass der Regen so schnell so viel zerstören kann, hätten Helena und ich wirklich nicht erwartet und wir waren echt ein bisschen geschockt.
Der Schaden, der durch den Regen entstanden ist, ist ziemlich hoch, weshalb sich unsere Sisters an Fernsehen und Radio gewandt haben, um Unterstützung und Hilfe zu erhalten. So kam es dann auch dazu, dass Helena und ich in einem Bericht über das Waisenheim und den Kindergarten in den tansanischen Fernsehnachrichten im ganzen Land zu sehen waren, haha. Auch der Bischoff von Iringa hat dem Yatima persönlich einen Besuch abgestattet.
Inzwischen sind glücklicherweise genügend Gelder zusammengekommen, sodass das Dach des Kindergartens und des Wohnhauses bereits repariert worden sind. Nur das Dach des Lagerhauses konnte noch nicht fertiggestellt werden.

Ausflug nach Isimila:
An dem darauffolgenden Wochenende haben wir gemeinsam mit Giulia und Fabio, zwei sehr netten Medizinstudenten aus Italien, die für einen Monat im Krankenhaus gearbeitet haben, einen Ausflug nach Isimila gemacht.
Das Dorf Isimila ist nicht weit von Tosamaganga entfernt, allerdings nur mit dem Pikipiki zu erreichen. Das bedeutet, Helenas und meine erste Spritztour mit dem Pikipiki stand an. Ein Pikipiki ist ein Motorradtaxi, mit dem es möglich ist für wenig Geld schnell an die verschiedensten Orte zu kommen. Anfangs waren Helena und ich etwas skeptisch und ängstlich, da man mit einem Pikiki auch über unebene Schleichwege mit 50 km/h Geschwindigkeit ohne Helm unterwegs ist, doch nach kurzer Zeit hat uns die Pikipikifahrt richtig Spaß gemacht und wir haben die Aussicht genossen. Unser „Taxifahrer“ war auch sehr nett und hat sich unsere aufgeregten „pole pole“-Rufe (langsam, langsam) zu Herzen genommen.
In dem Dorf Isimila gibt es einen kleinen Steincanyon „Isimila Stone Age Site“, den wir dann gemeinsam besucht haben. Der Canyon  wurde über einen Zeitraum von Millionen von Jahren durch Wasser Erosionen geformt und die meterhohen, außergewöhnlich geformten Steinsäulen waren wirklich beeindruckend. Da der faszinierende Anblick schwierig zu beschreiben ist, schaut ihr euch den Isimila Canyon am besten einfach selbst auf den Bildern an.
Dadurch, dass es ziemlich bewölkt war und leicht gedonnert hat, war die Atmosphäre in Mitten der Steinfelsen fast ein bisschen mystisch. Unser gemeinsamer Tag war wirklich schön, und wir haben es sehr genossen ein bisschen was von der Umgebung zu sehen.

Sikukuus:
Am 08. und 09. Dezember standen direkt hintereinander zwei Sikukuus (Feiertage) vor der Tür. Los ging es am Montag mit einer großen Jubiläumsfeier der St. Teresina Sisters (der Ordensgemeinschaft unserer Schwestern). Dabei handelte es sich um das 25, 50 und 60 Jährige Jubiläum einiger Schwestern des Ordens und auch ein paar Brüder der Chim-Brothers, deren Hauptsitz auch hier in Tosamaganga ist, haben 25 jähriges Jubiläum gefeiert.
Außerdem wurden noch vier neue Brüder in den Orden der Chim-Brothers aufgenommen. Gegen 10 Uhr haben wir uns mit Sr. Helena auf den Weg zur Kirche gemacht. Schon von Weitem konnte man sehen, dass das Gebäude der Congregation (der Hauptsitz der St. Teresina Sisters)  und auch die Kirche mit vielen bunten Girlanden geschmückt. Überall vor der Kirche liefen Sisters des Ordens herum, insgesamt waren das wirklich so viele, ich war echt überwältigt- abends hat uns Sr. Mapunda dann aber erzählt, dass es insgesamt über 600 Teresina Sisters gibt, und an diesem Tag nicht einmal viele gekommen sind.
Wir sind dann in die Kirche hineingegangen, die auch von Innen wirklich schön geschmückt war und haben uns mit Sr. Helena zusammen zu den anderen Sisters gesetzt. Dann ging es auch schon los, und ein langer Zug an Messdienern, Sängern und Sängerinnen, vielen Priestern, dem Bischoff von Iringa und natürlich den Jubilarinnen und Jubilaren ist eingezogen. Alle Jubilarinnen hatten schöne weiße Blumenkränze im Haar und die Stimmung war wirklich sehr, sehr feierlich. Nach einer sehr langen Predigt des Priesters, wurden zunächst die Brüder in den Orden der Chim-Brothers aufgenommen, in dem sie vor dem Bischof ein Gelöbnis ausgesprochen haben. Sie haben vom Bischof dann einzeln ihre Roben erhalten und sich in der Sakristei umgezogen. Als sie in ihren neuen Gewändern hervorgetreten sind, wurden sie mit viel Jubel und Applaus empfangen. Darauffolgend waren die Jubilare mit 25 Jahren an der Reihe, zuerst die Brothers, dann die Sisters. Sie haben nacheinander vor dem Bischoff und vor Gott ihren Dank ausgesprochen und ihr Gelöbnis erneuert. Danach kamen die Jubilare mit 50 und mit 60 Jahren, jeweils nur noch sehr alte Schwestern des St. Teresina Ordens, um ihren Dank auszusprechen und ihr Gelöbnis zu erneuern. Obwohl sich diese Zeremonie an einigen Punkten sehr langgezogen hat mit einer Dauer von insgesamt 5 Stunden, war es doch wirklich schön. Besonders toll fand ich, wie sehr sich alle Sisters und Brothers füreinander gefreut haben. Wir konnten wirklich merken, dass sie alle so etwas wie eine sehr große Familie sind.
Draußen haben dann alle Verwandte und Freunde auf die Jubilare gewartet und ihnen große Papierketten umgehangen, für sie gesungen, mit ihnen vor Freude getanzt und laut applaudiert. Dann alle Anwesenden in eine große Halle gegangen, um dort gemeinsam zu Essen. Der Bischoff hat noch einige Worte zur Begrüßung gesprochen und die Feier offiziell eröffnet. Es gab ein leckeres und relativ abwechslungsreiches Buffet mit Kartoffeln, Reis, Bohnen (in zwei verschiedenen Variationen), Weißkraut, Rindfleisch, Banane und für alle eine kleine Soda.
Nach dem Essen wurden dann alle Jubilare nach Vorne gerufen und ihnen ihre Geschenke überreicht. Lustig war, dass ein Brother ein lebendiges Huhn geschenkt bekommen hat. Abschließend wurde noch ein bisschen zusammengesessen und getanzt, wobei die Stimmung aber nicht so ausgelassen war und Helena und ich uns dann gegen 6 Uhr abends auf den Rückweg gemacht haben.
Am nächsten Tag, stand uns ja auch schon der nächste Feiertag bevor: Die Graduation der Abschlussklasse im Kindergarten…
Nachdem ich von der Arbeit im Krankenhaus zurückgekommen bin, habe ich mich direkt auf den Weg in den Kindergarten gemacht, wo die Feier auch schon wenig später losging. Da der 9.Dezember sowieso ein Nationalfeiertag ist (Tansania feiert das Erlangen der Unabhängigkeit vom britischen Königreich) konnte ich zum Glück ein bisschen eher nach Hause gehen als sonst. Der Kindergarten war wirklich schön geschmückt, mit bunten Girlanden, die hier scheinbar bei den meisten Feierlichkeiten verwendet werden, mit Luftballons und bunten Platzdecken. Alle Kindergartenkinder waren da, natürlich die Abschlussklasse aber auch die anderen Jahrgänge und viele Eltern.
Helena hat mir erzählt, dass morgens, während sie und die anderen Lehrer alles für die Feier aufgebaut haben, die Mütter hinter dem Kindergartengebäude für die Feier gekocht haben. Über großen Feuerstellen, jede Mama mit einem riesen Topf ausgestattet, haben sie Ugali, Reis, Bohnen, Kraut und Fleisch für ungefähr 200 Personen zu bereitet. Da merkt man ersteimal, wie einfach es doch eigentlich gehen kann.
Zu Beginn der Feier wurden erst alle Ehrengäste von den Kindern mit einem Lied begrüßt. Die Ehrengäste waren Sr. Cecilia (Kindergartenleiterin), Sr. Helena (Leiterin des Waisenheims) und viele Leute, die ich nicht kannte. Wenn ich es richtig verstanden habe, dann war ein Herr der Schulleiter der Grundschule in Tosamaganga, die die Kinder der Abschlussklasse ab nächstem Jahr besuchen werden.
Im weiteren Verlauf der Feier haben die Kinder vorgetanzt und vorgesungen, was sie im Kindergarten für diesen Tag einstudiert haben (total niedlich)  und die Ehrengäste haben Reden gehalten. Dann wurden den Kindern der Abschlussklasse ihre Zeugnisse überreicht, die alle stolz entgegengenommen haben. Für die bestandenen Abschlussprüfungen wurden alle Kinder anschließend von ihren Eltern beschenkt. Glücklicherweise haben die Kinder des Waisenheims auch alle ein Geschenk von den Sisters bekommen. Den Schülern der Abschlussklasse wurden bunte Papierketten umgehangen, wie am Vortag auch schon den Jubilaren und es war toll zu sehen, wie stolz und zufrieden alle waren: Kinder, Eltern, Dadas, Sisters. Da konnte man sich nur mitfreuen.
Abschließend gab es dann Essen und wieder eine Soda für alle. Die Eltern und Lehrer haben noch ein bisschen zusammengesessen, die Kinder gespielt und Helena und ich waren vor allem damit beschäftigt Fotos von all den stolzen Kindergarten-Absolventen aus unserem Yatima zu machen. Damit ging der zweite schöne Feiertag dann auch zu Ende.

 

Das war es für heute von mir. Ich wünsche euch allen frohe und besinnliche Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Selbst bin ich schon ganz gespannt darauf, wie Weihnachten und Silvester in Tansania für mich sein werden und freue mich jetzt schon, euch ganz bald davon zu berichten.

Viele liebe Grüße Eure Silja (:

Sonntag, 16.11.2014

Neues aus Tosamaganga

Jetzt bin ich schon über einen Monat in Tansania- und die Zeit ist so schnell vergangen. Es fühlt sich irgendwie an, als wäre es erst gestern gewesen, dass wir in den Flieger gestiegen sind, dabei ist in der Zwischenzeit schon viel passiert. Deshalb weiß ich auch gar nicht so richtig, wo ich am besten anfangen soll, zu erzählen.

Als erstes kann ich euch ja ein bisschen von meiner momentanen Arbeit im Krankenhaus berichten. Obwohl die vielen neuen Eindrücke nicht nachlassen und man immer wieder auf alle möglichen Eventualitäten gefasst sein muss, wie zum Beispiel dass es einen ganzen Tag im ganzen Krankenhaus kein Wasser gibt, so kehrt doch langsam ein bisschen Arbeitsroutine für mich auf der Mutter-Kind-Station ein. Die ersten zwei bis drei Stunden des Tages verbringe ich mit vielen organisatorischen Aufgaben, die die Krankenschwestern echt gerne an mich abgeben. Zuallererst wird jeden Morgen in zwei verschiedene Hefte neu aufgeschrieben, welche Materialien für den Tag benötigt werden. Die  sogenannten „Mahitaji“. Das bedeutet, es muss aufgeschrieben werden, wie viele Spritzen fehlen & benötigt werden (dafür gibt es aber keine genauen Vorgaben, es wird immer abgeschätzt), wie viele Infusionen, wie viele Kathether, wie viel Gauze, wie viel Seife, wie viel Desinfektionsmittel und so weiter.. Diese Hefte bringe ich dann, zusammen mit den Files der Patienten, die Medikamente benötigen, zum Dawastore (der Apotheke), wo Mitarbeiter diese entgegennehmen, die Materialien zusammensuchen, die Medikamente für die Patienten abzählen und in kleinen Papiertüten verpacken, und alles in meinen kleinen grünen Einkaufskorb füllen. Wenn das erledigt ist, bringe ich die Sachen zurück auf Station und sortiere alles ein. Die nächste Aufgabe, die jeden Morgen anfällt, ist mit den Files (so etwas wie eine Patientenakte in Deutschland) der neu aufgenommenen Patienten zur Rezeption zu gehen, um sie dort in das Patientenverzeichnis einzutragen & ihre Hospital-Recognation-Number (die Patientennummer) aufzuschreiben, ein Cover für die Files zu besorgen & diese mit Namen und Patientennummer zu beschriften. An der Rezeption wurde mir erzählt, dass dieses System mit den Patientennummern relativ neu ist und erst vor zwei Jahren eingeführt wurde, um eine bessere Buchführung und eine bessere Archivierung der Patientenakten zu gewährleisten und seitdem wohl auch ganz gut funktioniert. Wenn ich dann wieder auf die Station zurückkehre übernehme ich eigentlich fast jeden Tag das Entlassen der Mütter, die wieder nach Hause gehen können. Patienten, die entlassen werden, müssen für die Buchführung in zwei verschiedene Bücher eingetragen werden, in denen jeweils verschiedene Informationen abgefragt werden zum Beispiel Name und Alter, Wohnort, Tag  der Geburt, Geschlecht und Gewicht des Babys, Komplikationen vor oder nach der Geburt oder ob Mutter und Baby am Tag der Entlassung gesund oder verstorben sind. Außerdem wird für die Mutter und für das Krankenhaus ein Zertifikat ausgestellt, eine Art Geburtsurkunde. Inzwischen reicht mein Kiswahili auch dafür aus, dass ich dieses Zertifikat ausfüllen kann- das war für mich immerhin ein erster richtiger Fortschritt, denn vorher habe ich viele der Fragen nicht so ganz verstanden. Die größte Schwierigkeit beim Erstellen der Zertifikate liegt für mich eigentlich immer darin, die Mütter nach dem Namen ihres Kindes zu fragen, was in Deutschland ja eigentlich eine ganz unkomplizierte Frage wäre. Zum einen kommt es schon öfter einmal vor, dass sich die Mütter bis zu diesem Zeitpunkt noch gar keinen Namen überlegt haben und dann völlig ratlos sind, zum anderen nimmt man es hier in Tansania mit der Rechtschreibung von Namen nicht so genau. So kann jemand Latifa heißen, wird aber von einer der Krankenschwestern als Ratifa aufgeschrieben, da zwischen L und R nicht so genau unterschieden wird. Aus Elida wird auch schnell einfach Elisa gemacht oder aus Janina Shanina, so dass ich mir nie wirklich sicher bin, wie ich den Namen nun schreiben soll. Wenn ich alle Mütter Entlassen habe, gehört es noch zu meinen Aufgaben in die Wäscherei des Krankenhauses zu gehen, die schmutzigen Bettlaken wegzubringen, saubere zu holen und abschließend die Betten auf Station zu machen. Ich muss zugeben, dass Bettenmachen hier viel anstrengender und auch ein bisschen frustrierender als in Deutschland ist, weil es keine Spannbettlaken gibt. Hab ich es dann einmal grade hinbekommen das Bettlaken auf allen Seiten unter der Matratze zu verstauen, so dass es einigermaßen ordentlich aussieht, ist es doch schon an irgendeiner Seite unbemerkt wieder rausgerutscht. Wenn dann diese Aufgaben erledigt sind, helfe ich den Schwestern bei der medizinischen Versorgung der Patienten. Das bedeutet Tabletten austeilen, Infusionen anhängen, Blutdruck, Puls & Temperatur messen, Verbände wechseln, Fäden der Kaiserschnittnaht ziehen oder auch Katheter legen. Am Anfang war es doch wirklich herausfordernd, dass mir hier schnell viel Verantwortung übertragen wird, obwohl ich ja eine ungelernte Hilfskraft bin. Nach einmaligem Zeigen, wie man zum Beispiel Fäden zieht oder einen Katheter legt, sollte ich das beim nächsten Patienten gleich selbst machen. Dabei hat aber, anders als ich es erwartet hatte, keiner kontrolliert, ob ich das auch wirklich richtig mache, so ganz nach dem Motto „wenn sie Schwierigkeiten hat, dann wird sie schon um Hilfe bitten“. Immer wenn Zeit ist, sterilisiere ich die benötigten Utensilien (OP-Tücher, Gauze und sonstige Instrumente wie Scheren, Klemmen usw.), räume auf & sortiere die Regale oder desinfiziere verschiedene  Sachen, wie zum Beispiel die Beatmungsmasken und Schläuche für die Neugeborenen. Es gibt für mich auf jeden Fall immer etwas zu tun!
Alles in allem macht mir die Arbeit im Krankenhaus viel Spaß und die Krankenschwestern sind wirklich nett & bemühen sich sehr, sich mit mir zu unterhalten, auch wenn das manchmal eine richtie Herausforderung ist, da die meisten von ihnen kein Englisch sprechen.
Besonders zu Anfang war es für mich aber oft schwierig, im Krankenhaus eben auch mit viel Leid konfrontiert zu werden. So sind in einer Woche vier Neugeborene gestorben, die Ursache war bei allen unklar. „Just changed condition“ , die Erklärung der Krankenschwester. Diese Aussage wird von allen Beteiligten dann so hingenommen- von den anderen Krankenschwestern und von den Ärzten und auch von der Familie des Neugeborenen. Es werden keine weiteren Untersuchungen unternommen um die genaue Ursache des Todes herauszufinden, wie es wahrscheinlich in Deutschland der Fall wäre. Dadurch wurde mir sehr deutlich, dass es hier normal ist, dass es eben dazugehört, dass neugeborene Babys sterben. Die Möglichkeit des Todes ist einfach viel selbstverständlicher, sogar schon bei Säuglingen. Wenn ein Kind verstorben ist, sitzt die Mutter dann mit ihrem toten Baby mitten im Raum, schreit und weint laut, manchmal stundenlang, bis andere Familienangehörigen kommen, um sie und das verstorbene Kind abzuholen und mit nach Hause zu nehmen.  Das Einzige, was die meisten Krankenschwestern in dieser Situation zur Mama sagen ist ein „pole“, was so viel heißt wie „tut mir Leid“ aber auch ausgesprochen wird, wenn jemand etwas fallen lässt oder sich den kleinen Zeh stößt. Für mich ist es in diesen Momenten immer sehr schwer damit umzugehen, ich weiß dann nicht was angebracht ist, was ich sagen oder wie ich mich verhalten soll. Das hat mich besonders in den ersten Tagen viel beschäftigt.

An Neuigkeiten von der Arbeit im Waisenheim kann ich euch berichten, dass mein Tag jetzt schon immer um sechs Uhr morgens bei den Kindern zwischen einem und drei Jahren beginnt, weil es mir so viel Spaß macht, die Kleinen morgens zu wecken und fertig für den Tag zu machen. Fert machen für den Tag, das heißt waschen, eincremen, anziehen. Gegen 7 Uhr gehe ich dann immer zum Frühstück und mache mich gegen 20 nach 7 auf den Weg ins Krankenhaus.
Außerdem haben Helena und ich vor drei Wochen angefangen den Schneiderschülerinnen zweimal die Woche jeweils eine Stunde Unterricht in Englisch zu geben. Als wir dann das erste Mal vor der Klasse standen, ohne ihren bisherigen Lernstand zu kennen, waren wir doch etwas überrascht festzustellen, dass wir ganz bei 0 anfangen müssen und die Mädchen, im Alter zwischen 13 und 19 Jahren, so gut wie gar kein Englisch können. Eingestiegen in unseren Unterricht sind wir einfach mit einer Vorstellungsrunde (My Name is.., I am… years old, I have … brother(s) and … sister(s)) die auch eigentlich ganz gut geklappt hat. Wirklich schön ist zu merken, wie viel Spaß die meisten Mädchen am Englisch lernen haben, dass sie motiviert und meist auch konzentriert dabei sind.

An den Wochenenden gehen wir jeden Sonntag um 8 Uhr zusammen mit den Schwestern, einigen der Dadas und den Kindergartenkindern in die Messe. Die Kirche in Tosamaganga ist ziemlich groß für so ein kleines Dorf. Sie hat ein großes Hauptschiff und zwei kleinere Seitenflügel und alle Bänke sind jeden Sonntag voll besetzt- unvorstellbar an einem normalen Sonntag in Deutschland.  Die Kirche ist wohl das am besten gepflegte Gebäude im ganzen Dorf, man kann sehen, wie viel sie den Menschen bedeutet. Der Pfarrer hier in Tosamaganga kommt ursprünglich aus Italien und ist schon ziemlich alt. Leider sind seine Predigten dementsprechend auch sehr, sehr lang und monoton vorgetragen, was uns das zuhören echt erschwert- besonders weil wir inhaltlich auch noch so gut wie nichts verstehen. Glücklicherweise singt aber jeden Sonntag ein anderer Kirchenchor, der für Stimmung sorgt und ein bisschen Leben in die Messe bringt. Wann die Messe am Sonntag endet, ist immer unberechenbar & falls ein besonderes Ereignis bevorsteht, werden Helena und ich auch leider nicht vorgewarnt. So war am Sonntag vor drei Wochen Firmung. Da ich in Deutschland noch nie bei einer Firmung war, fand ich es anfangs auch noch interessant zu sehen, wie eine Firmung abläuft. Jeder Firmling hat einen Firmpaten und sie stellen sich gemeinsam in einer Reihe auf. Der Reihe nach wird jeder Firmling vom Weihbischof durch Handauflegung gefirmt (ein Segen wird ausgesprochen) wobei die Firmpaten ihre Hand auf die Schulter des Firmlings legen und somit bestätigen, dass sie ihn auf seinem kommenden Glaubensweg begleiten werden. Da hier Firmungen allerdings nur sehr selten stattfinden, kamen Jugendliche verschiedener Altersklassen aus den verschiedenen umliegenden Gemeinden zusammen und insgesamt wurden über 300 Jugendliche gefirmt. Die Reihe aus Firmlingen und Firmpaten nahm einfach kein Ende; zwischenzeitlich habe ich mich wirklich gefragt, wo die ganzen Menschen in der Kirche überhaupt Platz gefunden haben. Nach der Firmung, die zu diesem Zeitpunkt schon ungefähr 3,5 Stunden in Anspruch genommen hatte, fand natürlich auch noch das Abendmahl statt und es fühlte sich für mich ein bisschen so an, als würde diese Messe nie zu Ende gehen. Doch nach 4,5 Stunden hatten wir es dann endlich geschafft und unsere erste lange Messe in Tansania erfolgreich überstanden. Doch auch am nächsten Sonntag wurden wir nicht verschont- nach einer normalen 2 Stunden Messe dachten wir, es wäre für heute geschafft- bis uns Sr. Mapunda dann vor der Kirche mitgeteilt hat, dass heute (am 2. November) Allerseelen sei & wir deshalb noch in einer Prozession zum Friedhof gehen würden um die Toten zu Ehren. Die Prozession verlief von der Kirche über den Friedhof, schweigend gingen wir in Zweierreihen hintereinander her, wobei der Chor leise ein Lied sang und die Stimmung sehr andächtig war. Hier in Tansania werden die Gräber anders als in Deutschland nicht mit Blumen geschmückt sondern sind entweder mit einer Steinplatte bedeckt oder ganz schlicht mit Gras bewachsen. An einigen wenigen Grabsteinen hängen bunte Schleifenbänder. Am Ende des Friedhofs war ein kleiner Altar aufgebaut, um den sich anschließend alle versammelt haben, um, zu unserem Erstaunen, noch einmal eine komplette Messe abzuhalten. Als wir dann endlich nach Hause zurückkehrten, nach dem wir zwei Stunden lang in der Mittagssonne auf dem Friedhof gekniet hatten, hatten wir zum einen riesen Durst und zum anderen einen ordentlichen Sonnenbrand im Gesicht.

Am letzten Samstag sind wir zusammen mit Silvia, einer Italienerin die für einen Monat im Waisenheim lebt um Zeit mit den Kindern zu verbringen, mit dem Dalladalla nach Iringa gefahren.  Das Dalladalla startet beim Krankenhaus und die Fahrt nach Iringa dauert etwa 20 Minuten. Mit einrechnen muss man allerdings, dass ein Dalladalla keine feste Abfahrtszeit hat, sondern immer dann losfährt wenn es voll ist - und voll, das heißt auch wirklich randvoll. In Iringa angekommen, war unser erstes Ziel Farbe zu kaufen, mit der wir den Boden im Kindergarten, der zum Waisenheim gehört, streichen möchten- aber dazu im nächsten Blogeintrag mehr. Wir haben auch relativ schnell ein Malereigeschäft gefunden und konnten dem Verkäufer sogar erklären, dass es Farbe sein muss, die für Steinboden geeignet ist und Regen aushält- da waren wir schon ziemlich stolz auf uns. Den Rest des Vormittages waren wir dann auf der Suche nach Stoffen für die ersten Röcke, die wir uns schneidern lassen möchten, wobei es nicht schwer war schöne Stoffe zu finden, sondern die Schwierigkeit eher darin lag, sich für einen Stoff zu entscheiden. Gemeinsam sind wir noch durch ein paar kleine Souveniershops gebummelt, in denen es wirklich so unglaublich tolle Sachen gibt, so dass wir uns zusammenreißen mussten, nicht gleich alles leer zu kaufen- damit wollen wir doch noch ein bisschen warten :).  Beendet haben wir unseren Shopping Nachmittag mit einem Besuch bei bei Neema Crafts. Neema Crafts ist ein zweistöckiges Gebäude in der Innenstadt Iringas. Im Erdgeschoss befindet sich ein kleiner Laden, in dem viele verschiedene wirklich schöne und mit viel Liebe handgefertigte Kleinigkeiten verkauft werden wie zum Beispiel Notizbücher, Kissen, Decken, Schmuck, Kleider, Taschen, Bilderrahmen und andere Dekoration. All diese Kleinigkeiten werden in Workshops von gehandicapten Menschen hergestellt und auch alle Verkäufer im Laden sind gehandicapt. Das Obergeschoss ist ein sehr nettes Café, in dem es wirklich super leckeres Essen gibt und ein echt vielfältiges Angebot beispielsweise Aufläufe, Panini, Wraps, Schoko- oder Apfelkuchen und Eis. In diesem Cafe sind alle Mitarbeiter taubstumm, worauf auch in der Speisekarte hingewiesen wird. In dieser wird netterweise für die Gäste erklärt, wie man sich in Zeichensprache bedankt, sagt, dass es einem geschmeckt hat, oder sich verabschiedet. Um zu bestellen schreibt dann jeder Gast seinen Wunsch auf einen kleinen gelben Zettel und gibt diesen bei der Bedienung ab. Das gesamte Projekt Neema Crafts wird unterstützt von der Diöszese Ruaha und ist meiner Meinung nach eine wirklich schöne Initiative. Insgesamt hatten wir einen echt tollen Tag in Iringa und es hat uns viel Spaß gemacht, mal wieder ein richtiger Tourist zu sein.

Die Hauptstraße in Iringa Ein wirklich schöner Souvenier-Laden :) Neema Crafts :) Der Neema Crafts Laden Die Speisekarte des Cafés Helena und ich :) Und nocheinmal mit Silvia :)

Ansonsten kann ich noch erzählen, dass Helena und ich jetzt zweimal die Woche im Chor des Krankenhauses singen. Die Proben beginnen immer so gegen 17 Uhr, gern verschiebt sich das Ganze aber auch um eine Stunde, wie das hier eben so ist. Obwohl wir beide echt keine Gesangstalente sind, macht es uns bisher ziemlich viel Spaß. Ein bisschen problematisch für uns ist nur, dass es keine Gesangbücher gibt und die meisten Chormitglieder alle Lieder auswendig können. Deshalb wird es wohl noch ein bisschen dauern, bis wir alle Lieder für uns mitgeschrieben haben und dann auch so richtig mitsingen können.

Für heute war es das dann ersteinmal von mir, ich hoffe ihr konntet einen kleinen Einblick in meinen Alltag hier bekommen. Ich melde mich ganz bald wieder!

Viele liebe Grüße von eurer Silja

Sonntag, 09.11.2014

Erste Bilder :)

 Unsere Unterkunft während der Einführungswoche in Morogoro direkt am Uluguru-Gebirge:

Ein kleiner Ausschnitt des echt schönen Geländes Mit direktem Blick auf das Uluguru-Gebirge Wenn man Glück hatte, konnte man hier Affen spielen sehen Unser Wohnhaus :)Der Pavillon, unter dem wir gerne zusammen gesessen haben! Unser Zimmer :) Fünf Betten für drei Personen- also genug Platz für die Koffer Und am zweiten Tag hatten wir dann doch direkt eine riesen Kakerlake im Zimmer

 Die Safari im Mikumi-Nationalpark:

  Der Mikumi National Park :) Elefanten :) Auch ein Baby-Elefant :) Spielende Affen :) Spielende Affen :) Die Löwen faulenzen nach der Jagd :)   Und doch noch kurz aus dem Schlaf erhoben  Eine Giraffe ganz nah! :)       Leider nur das Hinterteil    Ein Gruppenbild :)Frieda und ich :) Dream-Team :)  Ein gemeinsames Foto mit Nina und Helena :)  Riesiger und uralter Baum :)Die Landschaft

Unsere Fahrt nach Tosamaganga:

Der große Busbahnhof in Morogoro Eines der vielen kleinen Dörfer am Straßenrand Kleiner Verkaufsstand direkt an der Straße

Ankuft im Waisenheim ("Nyumba ya Yatima) in Tosamaganga:

Sofort wird mitgeholfen- tansanische Gastfreundschaft lernen schon die Kleinen :) Endlich angekommen :) Die Kapelle auf dem Gelände Unser Wohnhaus :) Unser schönes Zimmer :) Und unser Schrank Ein Teil des Innenhofs, wo die Kinder spielen Die Kleinsten! :) Helena, Elia & Cathy :) Joali, Luka und ich :) Gemeinsam Madagascar schauen Unsere ersten Kitenges Und zum Abschluss noch ein Bild von mir mit dem Krankenhaus im Hintergrund

In Zukunft werde ich dann versuchen, die Bilder immer im passenden Blogeintrag hochzuladen.
Der nächste ist auch schon in Arbeit, also bis ganz bald! :)

Eure Silja

 

 

 

Sonntag, 19.10.2014

Ein erster Lagebericht aus Tosamaganga Tansania!

Hallo ihr Lieben,

12 Tage ist es jetzt schon her, dass wir am Frankfurter Flughafen in den Flieger gestiegen sind und die Zeit ist seitdem ganz schön schnell vergangen.
Der Flug von Frankfurt nach Dar es Salaam mit Aufenhalt in Addis Abeba war aufregend, glücklicherweise ist aber alles ohne Komplikationen reibungslos nach Plan gelaufen! Kaum zu glauben, als wir am 08.10 um ca. 14:00 am Gepäckband standen, war sogar kein einziges Gepäckstück verloren gegangen. :)
Als sich wenig später die Türen des Flughafens in Dar es Salaam für uns öffneten, wurden wir bereits von unseren Mentoren erwartet, die uns in einem Kleinbus nach Morogoro begleiteten, wo unsere Inkulturationswoche stattfand.
Die Fahrt im Kleinbus (Dalladalla), war wirklich beindruckend. Zum einen der halsbrecherische Fahrstil unseres Busfahrers & das ebenso willkürliche Verhalten der anderen Verkehrsteilnehmer (eine Straßenverkehrsordnung scheint es in Tansania also schon einmal nicht wirklich zu geben), zum anderen die unglaublich vielen Menschen auf den Straßen, die Masse an Verkaufsständen, die sich aneinander reihten, und vor allem die vielen Verkäufer, die immer dann, wenn unser Kleinbus an einer Ampel warten musste, angelaufen kamen & versuchten uns Brot, Bananen, Äpfel, Soda, Spielzeug, Uhren, Unterwäsche und vieles anderes über das Busfenster zu verkaufen. Wegen des Verkehrschaos, ist es keine Seltenheit, dass man alleine 3 Stunden braucht um Dar es Salaam zu durchqueren, und nach einer insgesamt etwa 5 ½ stündigen Busfahrt kamen wir endlich an unserem Ziel dem Bigwa-Center in Morogoro an. Wir wurden herzlich von der leitenden Schwester empfangen, konnten unsere Zimmer beziehen & nach einem üppigen Abendessen erschöpft ins Bett fallen.
Im Morogoro Center verbrachten wir als Gruppe fünf Tage zusammen. Neben einigen Gruppengesprächen, in denen wir unter anderem unsere persönlichen Ziele für den Freiwilligendienst festlegten, stand vor allem das Kennenlernen unserer Mentoren auf dem Programm, durch Gespräche und gemeinsame Ausflüge, wie in die Innenstadt von Morogoro um dort unseren ersten Einkauf, nämlich den einer Telefonkarte zu erledigen. Ich hätte nie gedacht, dass es eine solche Geduldsprobe sein kann, eine Simkarte zu kaufen. Wir betraten zu zehnt den Vodacomstore, mit Unterstützung zweier Mentoren, ohne die die ganze Angelegenheit wahrscheinlich überhaupt nicht geglückt wäre, und es verstrichen ungefähr 3 Stunden voller Missverständnisse und fehlender Informationen, bis wir endlich alle mit einer Telefonkarte ausgestattet, den Laden verlassen konnten.
Das Highlight der Inkulturationswoche war definitiv die Safari durch den Mikumi Nationalpar, ganz in der Nähe von Morogoro. Der Mikumi Nationalpark ist an sich kein sehr großer Nationalpark, doch wir hatten wirklich ziemliches Glück und haben fast alle der dort lebenden Tiere zu Gesicht bekommen: Giraffen, Zebras, Büffel, Löwen, Elefanten (sogar ein Elefantenbaby), viele Affen und Gazellen,Warzenschweine, Nilpferde und ein Krokodil.
Die Fahrt im Dalladalla durch den Nationalpark hat richtig viel Spaß gemacht & war ein tolles Erlebnis für die ganze Gruppe.
Am Sonntagmorgen besuchten wir noch alle gemeinsam, schick gemacht in unseren Sonntagsoutfits, die Messe in der Kirche des Bigwa-Centers.
Zum ersten Mal eine afrikanische Messe zu besuchen war einfach spannend, da machte es auch wenig aus, dass ich bei der Predigt des Priesters, die wirklich ziemlich lang war, fast kein Wort verstand. Besonders schön war, dass so viel gesungen & sogar getanzt wurde. Beeindruckend fand ich vor allem, dass alle Schülerinnen des Bigwa-Education-Centers, die den Großteil der Reihen in der Kirche füllten, alle Liedtexte auswendig konnten, und jedes der Mädchen mit so viel Begeisterung mitsang. Das ist etwas, was ich weder in einer katholischen Messe, noch in einem evangelischen Gottesdienst, in Deutschland bisher erlebt habe.

Am Sonntagabend mussten wir uns dann schweren Herzens voneinander verabschieden, um am Montagmorgen zusammen mit unseren Mentoren in die Einsatzstellen aufzubrechen.
Gegen Abend sind meine Einsatzstellenpartnerin Helena & ich dann nach etwa fünf stündiger Busfahrt in unserer Einsatzstelle, dem Orphanage and Childrens Home in Tosamaganga, Iringa, im Hochland von Tansania angekommen. Wir wurden herzlich von den Schwestern & von den Kindern empfangen, die ohne Scheu auf uns zugerannt kamen, „Mgeni, Mgeni“ („Gast, Gast) riefen und uns umarmten.
Für die nächsten zehn Monate werden Helena und ich hier nun gemeinsam mit 6 Ordensschwestern, 76 Waisenkindern im Alter von 0-6, den Schneiderschülerinnen der zugehörigen Schneiderschule und vielen Mitarbeiterinnen, den „Dadas“ leben.
Das Gelände des Waisenheims ist relativ groß mit vielen verschiedenen Häusern. Mit uns zusammen in einem Haus leben zwei der Schwestern und neben unserem Zimmer befinden sich zwei weitere Gästezimmer. Unser Zimmer ist sehr schön, die Wände sind liebevoll mit Engeln bemalt, wir haben einen Schrank sowie ein kleines Regal, das unsere Vorgänger gekauft & uns netterweise überlassen haben und von unserem Schlafzimmer führt eine Tür zu einem kleinen Bad mit Waschbecken und richtiger Toilette (die meistens mit fließend Wasser versorgt sind) was echter Luxus ist.
Mein Tagesablauf unter der Woche sieht momentan so aus, dass um 07:30 im Krankenhaus die Arbeit mit einem gemeinsamen Morgengebet im Innenhof beginnt. Das Krankenhaus ist ungefähr 5 Minuten Fußmarsch vom Waisenheim entfernt. Lustig war, dass ich am ersten Tag pünktlich um 07:30 im Innenhof war, allerding nur ich, und noch niemand sonst. Irgendwo die erste zu sein, das ist etwas, was mir in Deutschland nicht so leicht passiert.
Danach beginnt dann meist gegen 08:00 die Arbeit auf Station. Für die erste Zeit werde ich auf der Mutter-Kind-Station arbeiten, wo ich in den ersten drei Tagen bereits bei zwei Kaiserschnitten und drei natürlichen Geburten dabei sein durfte. Das war wirklich ein unglaubliches Erlebnis für mich, dabei sein zu dürfen, wie ein Neugeborenes Kind zum ersten Mal das Licht der Welt erblickt. Die Eingewöhnung im Krankenhaus fällt mir im Moment noch relativ schwer, weil alles so anders ist, als ich es in meinem zwei Monatigen Praktikum in Deutschland erlebt habe. Ein Tag im Iringa-Regional-Krankenhaus ist zum einen von den Abläufen komplett anders strukturiert, zum anderen haben die Krankenschwestern eine ganz andere Arbeitsweise sowie vor allem andere und bei weitem mehr Aufgaben als in Deutschland, da es so wenig Ärzte gibt. Erschwerend kommt auch noch die Sprachbarriere hinzu, da es einigen der Krankenschwestern wirklich schwerfällt, sich auf Englisch zu unterhalten & mein Kiswahili leider noch ziemlich schlecht ist, weshalb ich mich kaum auf Kiswahili unterhalten kann. Aus diesem Grund heißt es im Krankenhaus für mich in nächster Zeit vor allem gut beobachten, Eindrücke sammeln, Kiswahili lernen & weitere Aufgaben finden, die ich gut übernehmen kann auch ohne viele medizinischen Kenntnisse. Eine davon, ist schon einmal die Buchführung, die vor allem daraus besteht, alle Patienten die aufgenommen & entlassen werden in verschiedene Register einzutragen, die mir von den Krankenschwestern dankend überlassen wurde. Eine andere Aufgabe, die ich gerne übernehme, ist das Bestellen und Auffüllen der Materialien und Medikamente.
Mit der Zeit wird es mir dann hoffentlich gelingen, mich gut einzuarbeiten!
Gegen 14 Uhr ist meine Arbeitszeit im Krankenhaus dann vorbei  und zurück im Waisenheim, helfe ich dann dort mit. Zu Helenas und meinen Aufgaben gehört es dann, die Kinder zu füttern & zu waschen, Windeln zu wechseln, mit ihnen zu spielen & zu kuscheln, Geschirr abzuwaschen, Wäsche aufzuhängen und abzunehmen und andere Hausarbeiten zu übernehmen (und davon fallen bei so vielen Kindern defintiv genu an). Die Kinder sind wirklich unglaublich süß und lieb & die Arbeit im Waisenheim macht mir viel Freude, auch wenn es wirklich anstrengend sein kann 76 Kinder um sich herumzuhaben!
Unser Arbeitstag endet dann gegen 17:30 mit dem ins Bett bringen der Kinder.

Das Wetter hier in Tosamaganga ist wirklich optimal, es ist tagsüber nicht zu heiß, obwohl bisher jeden Tag die Sonne geschienen hat & abends kühlt es ab, so dass man gut schlafen kann!

Zu essen gibt es wirklich reichlich (Kartoffeln, Reis, Ugali, Brot, Bohnen usw. aber leider wenig frisches Obst oder Gemüse) und wir fragen uns immer wieder, wie die Tansanier so viel essen können. Daran müssen wir uns wirklich erst einmal gewöhnen. Nachnehmen ist Pflicht, was dazu geführt hat, dass wir uns vor allem an den ersten Tagen ziemlich „überfressen“ haben- ein einfaches „nimeshiba“ (ich bin satt) zählt hier leider nicht.

Die oben genannte Sprachbarierre gilt es nicht nur im Krankenhaus sondern auch im Zusammenleben mit den Schwestern, den Schülerinnen und den "Dadas" zu überwinden. Besonders in den ersten Tagen ist mir aufgefallen, wie wichtig es ist die Sprache zu sprechen, um Menschen kennenzulernen und Zugang zu ihnen zu finden. Die Erkenntnis,dass dies bisher nicht der Fall ist, war deshalb besonders frustrierend. Aus diesem Grund heißt es von jetzt an üben, üben, üben, und hoffen, dass das mit dem Kiswahili lernen ganz ganz schnell geht!



Insgesamt kann ich sagen, dass Helena und ich uns hier immer besser einleben & gespannt darauf sind, was uns in den nächsten zehn Monaten noch so erwartet :)
Bis ganz bald, eure Silja :)

Dienstag, 07.10.2014

06.10.2014- Es kann losgehen

Endlich ist es soweit: Morgen startet der Flieger nach Tansania. Und ich kann es noch gar nicht richtig glauben !
Die letzten Wochen waren wirklich ereignisreich. Begonnen hat mein Freiwilligendienst ja schon am 02. Juli diesen Jahres mit dem dreiwöchigen Kiswahili Sprachkurs in Goslar. Zusammen mit den 28 anderen Freiwilligen, die die Caritas nach Tansania entsendet, stand von da an jeden Tag sechs Unterrichtsstunden und dazu noch üben, üben, üben auf der Tagesordnung. Aber ich kann sagen, die Anstrengung & Mühe hat sich gelohnt- am Ende des Sprachkurses wusste jeder von uns Teilnehmern über die wichtigsten Regeln der Grammatik Bescheid, kannte alle für den täglichen Sprachgebrauch & Smalltalk mit den Tansaniern notwendigen Vokabeln & war in der Lage dazu, sich selbst (also Name, Alter, Wohnort, Namen & Alter der Geschwister, Namen der Eltern, Berufe der Eltern, Freizeitbeschäftigungen, Interessen usw.) vorzustellen. Nach dem Sprachkurs ging es dann im Rahmen des „weltwärts“-Programms der Caritas mit einem achtwöchigen Sozialpraktikum weiter, das ich im Rotenburger Diakonie Krankenhaus absolviert habe. Vier Wochen habe ich auf der Inneren, vier Wochen auf der Urologie verbracht. Diese Praktikumswochen haben mir insgesamt sehr, sehr viel Spaß gemacht. Ich habe so einiges über den Krankenhausalltag, insbesondere einer Gesundheits- und Krankenpflegerin gelernt. Die Meisten Schwestern auf Station waren super lieb, wodurch ich mich im Team sehr wohl gefühlt habe, & auch immer gerne bereit dazu, mir Fragen zu beantworten, so dass ich auch schon viel nützliches Wissen über Krankheiten & deren Behandlungsmöglichkeiten erfahren durfte. Meine täglichen Aufgaben, die ich recht schnell selbstständig übernehmen durfte, reichten von Essenausteilen und Begleitung der Patienten beim täglichen Gang in die Waschecke sowie der Versorgung bettlägeriger Patienten, über Messen der Vitalwerte bis hin zu Blutzuckermesse & Insulinspritzen und Infusionen Anschließen & Abstöpseln. Ich hatte das Gefühl, dass man mir viele Aufgaben zutraute, wodurch mir meine Zeit im Krankenhaus noch mehr Freude gemacht hat. Einziger Negativpunkt: Die Frühschichten & das frühe Aufstehen, denn 04:40 ist für mich wirklich noch mitten in der Nacht. Selbst ganz zum Schluss, hatte ich mich immer noch nicht wirklich daran gewöhnt.

Die letzte Woche nach dem Praktikum, ist nur so verflogen. In Goslar fand ein letztes Vorbereitungsseminar statt, in dem wir viel über das Land, die Kultur und die Mentalität der Menschen dort erfahren haben. Letzte Organisatorische Punkte wurden abgearbeitet und auch Kiswahili Unterricht stand wieder auf dem Programm. Abgeschlossen wurde das Seminar am 03.10. mit einer schönen Aussendungsfeier, zu der alle Eltern eingeladen waren. Neben einer Informationsveranstaltung für die Eltern fand noch ein schöner Gottesdienst statt & wir Freiwilligen hatten uns alle gemeinsam ein kleines Programm für unsere Eltern ausgedacht.

Die letzten Tage bestanden vor allem daraus, die letzte, doch recht lange To-do-Liste abzuarbeiten, und mich von meinen Freunden & meiner Familie zu verabschieden.- und wie es ja so passend heißt: Wenn man geht, dann immer mit einem weinenden & einem lachenden Auge.
Jetzt ist fast alles geschafft, in weniger als 24 Stunden geht es los- und die Aufregung & Vorfreude steigt! Momentan hoffe ich vor allem, dass morgen alles glatt läuft & wir 29 Freiwillige pünktlich um 22:05 in Richtung Tansania abheben werden. Ich bin gespannt darauf, was mich erwartet & freue mich darüber, dass ihr an meiner Zeit in Tansania teilhaben möchtet. :)

So bald es möglich ist, werdet ihr wieder von mir hören!


Kwa heri - auf Wiedersehen! :) 

 

Montag, 22.09.2014

Bald geht es los

Dies ist der erste Eintrag in meinem neuen Blog. In Zukunft werde ich hier über meine Erlebnisse im Ausland berichten.